How to Wiesn: Survival-Guide für das Oktoberfest
Oktoberfest: Ihr fragt euch, welcher Tag, welches Zelt und welche Unterkunft zu euch passen? Hier erfahrt ihr alles, was ihr über die Wiesn wissen müsst.
„3 … 2 … 1 … LAUFT!“ 5.000 Menschen sprinten in engen Lederhosen und bunten Dirndl los – Richtung Bierzelt. Sie stolpern, rempeln, drücken andere zur Seite und hechten über Bierbänke. Alles für einen Platz im Zelt, am ersten Tag, auf dem größten Volksfest der Welt. Für diese Menschen beginnt der Survival-Modus auf dem Oktoberfest in München genau hier. Ganz am Anfang. Um 9 Uhr am Absperrzaun zur Theresienwiese. Sie wollen das Adrenalin. Sie brauchen den Kick …
… für alle anderen haben wir hier einen Guide, wie ihr das Beste aus eurem Oktoberfest-Trip herausholt, und zwar ganz entspannt.
Bucht eure Unterkunft für nächstes Jahr am besten schon jetzt!
Sätze wie: „Ich schaue spontan nach einem Hotel“ solltet ihr euch sparen, es sei denn, ihr wollt für eine Nacht in einem fünf Quadratmeter großen Zimmer im Münchner Süden so viel bezahlen wie für einen Kurztrip auf die Malediven. Unser Rat: Fangt früh mit der Unterkunftssuche an. Während des Oktoberfests sind Hotelzimmer in München knapp und teuer. Für den schmaleren Gelbeutel gibt es Campingmöglichkeiten rund ums Festgelände und Hostels, außerdem werden viele Apartments und private Zimmer angeboten. Warum? Kurz gesagt: Viele Münchner flüchten aus der Stadt.
Der richtige Tag bestimmt euer Wiesn-Schicksal
Das Oktoberfest beginnt – ja, wir finden das auch komisch – nicht im Oktober, sondern im September. Genauer gesagt am dritten Samstag im September. Es endet am ersten Sonntag im Oktober. Wer es etwas gediegener mag, besucht die Wiesn unter der Woche, am besten Montag- oder Dienstagvormittag. Dann ist es vergleichsweise ruhig.
Am ersten Sonntag zieht der traditionelle Trachten- und Schützenzug durch München. Wer mehr über die kulturellen Ursprünge des Fests erfahren möchte, sollte ihn nicht verpassen.
Möchtet ihr dagegen auf den Bierbänken stehen, schwitzen, tanzen, „Zombie“ von The Cranberries mitgrölen und viele neue Menschen kennenlernen, stürzt ihr euch am besten in den Wochenendtrubel. Gediegen ist das nicht. Unvergesslich vielleicht.
- Don’t call it „Kostüm“!
Für traditionsverbundene Menschen in München und Bayern ist ein Dirndl oder eine Lederhose keine Verkleidung. Beides gehört zur bayerischen Tracht und hat mit einem Karnevalskostüm ungefähr so viel gemeinsam wie eine deutsche Laugenbrezel mit einer amerikanischen Snack-Pretzel.
- Seid nett zu den Bedienungen!
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein. Leider benehmen sich manche Gäste trotzdem unfreundlich oder sogar übergriffig. Don’t do it! Die Bedienungen schleppen den ganzen Tag schwere Tabletts und volle Maßkrüge. Denkt immer daran, wer zwischen euch und eurem nächsten Bier steht.
- Unterschätzt eine Maß nicht!
Eine Maß ist ein Liter Bier. Punkt. Das ist selbst für gewöhnliches Bier eine enorme Menge. Auf dem Oktoberfest wird aber „Festbier“ ausgeschenkt, welches einen noch höheren Alkoholgehalt hat. Wenn ihr trinkt, dann trinkt also langsam, esst zwischendurch etwas und wechselt ruhig auch mal zu Wasser.
Game of Tents: Welcher Zelt-Typ bin ich?
Genauso wie der richtige Tag über eure Wiesn-Erfahrung entscheidet, tut das auch die Wahl des Festzelts. Auf dem Oktoberfest gibt es 14 große und 21 kleinere Zelte. Auf der „Oidn Wiesn“ kommen drei weitere dazu. Und „Zelt“ ist dabei eher eine charmante Untertreibung: Gemeint sind riesige, aufwendig dekorierte Festhallen mit unterschiedlichen Speisekarten, Bands, Traditionen und Publikum. Ob gemütliches Mittagessen, wilde Party, Blasmusik oder Promi-Auflauf: Zwischen den Zelten liegen Welten. Und nicht jedes Bierzelt passt zu jedem Wiesn-Besucher. Hier eine kleine Auswahl:
Achtung: Nur weil ihr euch für ein Zelt entschieden habt, heißt das nicht, dass sich das Zelt auch für euch entscheidet. Abhängig von Tag und Uhrzeit können lange Schlangen vor den Zelteingängen entstehen. Die Plätze sind oft schon Monate vor dem Oktoberfest ausgebucht. Ohne Reservierung gilt daher: früh kommen und sich einen Platz sichern. Oder ihr fragt einfach freundlich andere Gäste, ob ihr euch dazusetzen dürft.
Besucht auch die „Oide Wiesn“!
Am südlichen Rand der Theresienwiese liegt die „Oide Wiesn“ – der historische Bereich des Oktoberfests. Hier fühlt sich die Wiesn weniger nach internationalem Großereignis und mehr nach bayerischem Volksfest an: nostalgische Fahrgeschäfte, traditionelle Alphornbläser und Schuhplattler (ein bayerischer Volkstanz), historische Schaustellerbuden und Festzelte, in denen es etwas ruhiger zugeht. Für internationale Besucher ist die „Oide Wiesn“ besonders interessant, weil sie eine andere Seite des Oktoberfests zeigt. Hier geht es nicht darum, schnellstmöglich eine Maß zu bekommen. Hier könnt ihr sehen, woher viele Traditionen stammen und warum „die Wiesn“ für München mehr ist als nur ein riesiges Bierfest.
Und damit: vui Spaß!