100 Jahre Schlacht von Verdun

Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Hollande kommen zur zentralen Gedenkfeier nach Verdun.

dpa/Uwe Zucchi - Battle of Verdun

2,3 Millionen Soldaten aus Frankreich und aus Deutschland haben im Ersten Weltkrieg in und um Verdun gekämpft, 300.000 sind in der fast 300 Tage dauernden Schlacht gefallen, mehr als eine Million Männer wurden verletzt oder blieben vermisst. Obwohl an der Somme noch weitaus mehr Soldaten starben, wurde Verdun zum Symbol für die Tragik und Sinnlosigkeit des Stellungskriegs.  Verdun gilt aber auch als Ort der deutsch-französischen Aussöhnung. 70 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatten der französische Präsident François Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl mit einem historischen Händedruck die Aussöhnung beider Staaten bekräftigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident François Hollande wollen die Geste bei der zentralen Gedenkfeier 100 Jahre nach der Schlacht von Verdun am 29. Mai 2016 erneuern.

Inszenierung von Volker Schlöndorff

Der Festakt ist der Höhepunkt einer Reihe von Veranstaltungen. Inszeniert wird er von dem bekannten deutschen Filmregisseur Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“), der lange in Frankreich lebte und sich in seinen Arbeiten häufig mit der jüngsten deutschen Geschichte und den Ursachen des Nationalsozialismus beschäftigt hat. Im Mittelpunkt steht eine Choreographie mit 4000 deutschen und französischen Jugendlichen auf dem großen Soldatenfriedhof rund um das Beinhaus von Douaumont. Es geht nicht um Pomp,  Zeremonie oder Militär. „Wir wollen die menschliche Dimension zeigen, jeder Einzelne, der da gefallen ist, war ein Mensch“, sagt Schlöndorff. Der Belgier Marc Bogaerts zeichnet verantwortlich für die Choreographie. An der Zeremonie mitwirken soll auch das von Dirigent Daniel Barenboim mitbegründete West-Eastern Divan Orchestra – israelische und arabische Musiker spielen dort Seite an Seite.

Aus Anlass des Jahrestags wurde die einst von französischen Verdun-Veteranen angeregte Gedenkstätte komplett neugestaltet. Sie gibt nun auch den Erlebnissen deutscher Soldaten einen zentralen Platz und soll damit zu einem deutsch-französischen Erinnerungsort werden.  Das bereits im November erstellte Mahnmal  „Ring der Erinnerung“  listet alle Namen der Gefallenen alphabetisch auf – und nicht mehr getrennt nach Nationalitäten.

www.verdun-tourisme.com

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