365 Meter: Deutschland baut das höchste Windrad der Welt
Höher als der Eiffelturm: In Brandenburg steht das höchste Windrad der Welt. Es produziert doppelt so viel Strom wie herkömmliche Anlagen.
Das höchste Windrad der Welt hat im brandenburgischen Schipkau in der Braunkohleregion Lausitz seine endgültige Höhe von 365 Metern erreicht. Damit ist das Windrad das zweihöchste Bauwerk Deutschlands. Nur der Berliner Fernsehturm ist mit 368 Metern noch höher. Zum Vergleich: Der Eiffelturm in Paris ist 330 Meter hoch – inklusive der Antenne an der Spitze.
Errichtet hat das Windrad die Gicon-Gruppe mit Hauptsitz in Dresden im Auftrag der 2019 gegründeten Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) – nach einer Idee des 2023 verstorbenen ostdeutschen Ingenieurs Horst Bendix. In der DDR konstruierte Bendix riesige Braunkohlebagger, für den Berliner Fernsehturm erfand er eine spezielle Kugeldrehverbindung für seine weltbekannte drehbare Kuppel.
Das sogenannte Höhenwindrad überragt herkömmliche Windräder mit einer Höhe von 150 bis 250 Metern deutlich. Bei SPRIND sieht man vor allem zwei Vorteile: Solche Anlagen erzielen durch starke und beständige Höhenwinde bei gleichem Rotordurchmesser das Doppelte der Leistung bisheriger Anlagen.
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Zudem könnten die Höhenwindräder perspektivisch als sogenannte zweite Etage in bestehende Windparks gebaut werden. Bis zu 4.000 solcher Anlagen könnte man in bereits bestehenden Windparks nachrüsten, ohne neue Windparkflächen erschließen zu müssen.
Der Höhenwindturm in der früheren Kohleregion soll künftig Strom für bis zu 7.500 Haushalte produzieren. Ziel ist es, so schnell wie möglich mit der Serienfertigung zu beginnen. „Diese Technik soll in den nächsten Jahren im großen Maßstab zum Einsatz kommen und damit einen substanziellen Beitrag zur deutschen Energiesicherheit liefern“, sagt SPRIND Innovation Manager Martin Chaumet, der das Projekt betreut.