Die Zukunft der Windkraft

Deutschland setzt auf sprunghafte Innovationen. Wir stellen vier Ideen vor, die vor der Umsetzung stehen. Teil 1: Höhenwindräder.

Horst Bendix und sein Höhenwindrad
Horst Bendix und sein Höhenwindrad SPRIND GmbH

Die Nutzung von Windkraft spielt eine entscheidende Rolle beim Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Allerdings stößt die Vorstellung großflächiger Windparks mit Dutzenden Windrädern nicht gerade auf große Zustimmung bei der Bevölkerung. Eine Lösung wäre es, die Anzahl der Anlagen zu reduzieren, die einzelnen Windräder aber höher zu bauen. Dann können diese wesentlich effizienter arbeiten, da der Wind in der Höhe deutlich stetiger ist und stärker weht.

Horst Bendix erklärt sein Höhenwindrad
Horst Bendix erklärt sein Höhenwindrad SPRIND GmbH

Doch solche Höhenwindanlagen sind nicht so einfach zu konstruieren. Zumindest, wenn man sie so baut wie bisher, mit einem Generator, der sich in Nabenhöhe der Rotorblätter befindet. Dass Windräder auch anders und deshalb deutlich höher konstruiert werden können, zeigt der Ingenieur Horst Bendix. Der Maschinenbauer und Erfinder hat eine Windanlage entworfen, deren Generator sich am Fuß der Konstruktion befindet und über eine Riemenscheibe angetrieben wird. Das würde bei gleichem Gewicht eine Nabenhöhe von 250 Meter erlauben. Mit seinen Rotorblättern würde ein solches Ungetüm den Kölner Dom um das Doppelte überragen.

Die Lösung für ehemalige Braunkohlereviere

Den Turm selbst will Bendix aus Standard-Stahlrohren konstruieren, was die Gesamtkosten der Anlage deutlich reduziert. Um immer optimal im Wind zu stehen, soll die Konstruktion auf einem Drehwerk stehen. Das könnte ein Fahrwerk sein, wie es bei einem Containerkran eingesetzt wird, oder Kugeldrehverbindungen. Mit Letzteren kennt sich Bendix gut aus, er hat sie selbst für die bewegliche Kuppel des Berliner Fernsehturms entwickelt. Mit Unterstützung der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) arbeitet Bendix an einem Prototyp.

Wie effizient könnten solche Maschinen in Zukunft Höhenwinde „ernten“? Horst Bendix sagt: Das Zehnfache der Leistung der heute besten Anlagen würden seine Windräder liefern können – und das bei Reduzierung des Flächenverbrauchs um 80 Prozent. Auch zu Standorten der Höhenwindräder haben sich Bendix und SPRIND Gedanken gemacht. Die Anlagen seien „die intelligenteste Lösung zur Neuausrichtung der ehemaligen Braunkohlereviere“, heißt es auf der SPRIND-Website. „Sowohl die laufenden Reviere in Sachsen und Nordrhein-Westfalen als auch die ehemaligen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg können so ganz realistisch zu windenergiebasierten Innovations- und Produktionsregionen werden.“

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