Schlauer in 15 Minuten

Die App Blinkist aus Deutschland fasst internationale Bestseller in aller Kürze zusammen. Warum das Konzept in Nordamerika besonders erfolgreich ist.

Blinkist-Gründer Holger Seim, Tobias Balling, Niklas Jansen (v. l.)
Blinkist-Gründer Holger Seim, Tobias Balling, Niklas Jansen (v. l.) Blinks Labs GmbH

Bücher lesen, ohne Bücher zu lesen? Das 2012 in Berlin gegründete Startup Blinkist macht das möglich. Blinkist fasst die Kernaussagen eines Buches so zusammen, dass die Nutzer für die Lektüre nur 15 Minuten brauchen – via App auf dem Smartphone, Tablet oder auch auf dem Computer. In Nordamerika ist Blinkist besonders beliebt. Und erst im Sommer 2018 hat das Startup ein Gesamtinvestitionsvolumen von 35 Millionen US-Dollar erreicht, unter anderem dank des amerikanischen Risikokapitalgebers Insight Venture Partners.

Wie funktioniert Blinkist?

Blinkist zerlegt die wichtigsten Aspekte des jeweiligen Sachbuches in kurze, prägnante Teilabschnitte – sogenannte Blinks. Diese bestehen aus nur 200 bis 300 Wörtern und können minutenweise gelesen werden. So arbeiten sich die Leser Abschnitt für Abschnitt und ihrem individuellen Leserhythmus entsprechend durch die Fachliteratur, beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit. Dem Trend zum Podcast folgend, bietet Blinkist die Zusammenfassungen auch als Audio-Dateien an.

Unsere Kunden wollen lernen und sich weiterbilden.

Blinkist-Gründer Holger Seim

Für wen ist Blinkist interessant?

Zunächst richtete sich die Idee an „young professionals“, die aus ihrem beruflichen Kontext heraus auf der Suche nach Antworten in Sachbüchern waren. Mittlerweile hat sich die Zielgruppe stark verbreitert, auch wenn die Nutzer weiterhin im Durchschnitt zwischen 30 und 40 Jahre alt sind. Holger Seim, einer der Blinkist-Gründer, weiß, was die Nutzer eint: „Unsere Kunden wollen lernen und sich weiterbilden. Sie suchen nach Inspiration und wollen Denkanstöße.“ Je nach Alter variieren daher die Suchanfragen – vom Businessratgeber bis hin zu Erziehungsbüchern oder Ernährungstipps.

Kann Blinkist auch Belletristik?

„Wir fokussieren uns auf Non-fiction-Literatur und das wird auch in Zukunft so bleiben“, sagt Gründer Holger Seim entschieden. Zu den beliebtesten der insgesamt 27 Kategorien zählen Unternehmertum, Produktivität und Zeitmanagement sowie Gesundheit, Ernährung und Fitness. Ein Expertenteam kuratiert das stetig wachsende Angebot.

Wie wächst Blinkist?

Nach Blinkist-Angaben kommen jeden Monat rund 40 neue Titel hinzu. „Wir sind immer auf der Suche nach den neuesten Sachbüchern. Wir vertrauen auf unsere Erfahrung oder arbeiten mit den Verlagen zusammen“, so Seim. Nicht jeder Sachbuch-Bestseller wird automatisch in die Liste der Blinkist-Neuerscheinungen aufgenommen: „Die Titel müssen in unser Portfolio passen“, sagt der Gründer.

Warum ist Blinkist in Nordamerika besonders erfolgreich?

Rund zehn Millionen registrierte Nutzer zählt das deutsche Startup mittlerweile weltweit. Nahezu von Anfang an hatte sich Blinkist global und als deutsch- und englischsprachiges Angebot aufgestellt. Für das Unternehmen zahlt sich das jetzt aus. Rund 40 Prozent der Nutzer kommen aus den USA und Kanada. Ein wichtiger Grund für die Beliebtheit im nordamerikanischen Markt: Modelle zu Selbsthilfe-Coaching und persönlicher Weiterbildung sind dort etablierter als in Deutschland – und die Bereitschaft höher, dafür zu zahlen.

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