„Ein wirklich offenes Haus“

Das geschichtsträchtige Haus des Goethe-Instituts in Myanmar ist aufwendig renoviert und feierlich eröffnet worden.

Das Goethe-Institut in Myanmar
Das Goethe-Institut in Myanmar Oliver Gerhartz Architekt

Mit einem offiziellen Festakt sind am Abend des 11. Juni 2018 die neuen Räumlichkeiten des Goethe-Instituts in Yangon eröffnet worden. Daran nahmen unter anderem der Vizepräsident des Bundestages Thomas Oppermann, der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann, der burmesische Minister für Bildung und Forschung sowie der Chief Minister von Yangon teil. Am Vormittag fand die Weihe der renovierten Villa durch Mönche des nahegelegenen Klosters statt. Ein umfangreiches Programm aus Ausstellungen und Konzerten umrahmt die Eröffnung.

 

Dieses Haus hat alle Chancen in Yangon zu einem einzigartigen Ort des kreativen Austauschs zu werden

Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts

Thomas Oppermann sagte anlässlich der Eröffnung: „In den letzten Jahren hat Myanmar Reformen eingeleitet und sich auf den Weg der Demokratie gemacht. Die Bundesregierung und der Bundestag unterstützen Myanmar bei diesem Öffnungsprozess nach Kräften. Nichts wirkt Hass, Krieg und Gewalt besser entgegen als Offenheit, Bildung und Kultur." Klaus-Dieter Lehmann freute sich ebenfalls über das neu eröffnete Gebäude: „Dieses Haus hat alle Chancen in Yangon zu einem einzigartigen Ort des kulturellen Lernens und des kreativen Austauschs zu werden, ein wirklich offenes Haus, in dem bald hunderte Menschen, jeden Alters, besonders aber junge Leute, ein- und ausgehen, unsere Sprache lernen, sich über Deutschland aus erster Hand informieren, die Fragen des Landes in zensurfreier Umgebung diskutieren und die Gesellschaft für ein friedliches Miteinander sensibilisieren."

Das Goethe-Institut in Myanmar hat eine lange Geschichte

Ein Goethe-Institut in Myanmar gab es bereits 1959. Es war die erste Gründung in Südostasien, die aber schon 1962 nur wenige Monate nach dem Putsch von General Ne Win wieder schließen musste. Deutschland war das erste Land, das nach Beginn des Reformkurses und der schrittweisen Öffnung des Landes ein Kulturabkommen mit Myanmar unterzeichnete. Dies machte den Weg frei für die erneute Gründung eines Instituts, das 2014 eröffnet und zunächst provisorisch untergebracht wurde.

 

Das Goethe-Institut in Myanmar vor der Renovierung
Das Goethe-Institut in Myanmar vor der Renovierung dpa

Das größte Bauprojekt

Die alte Villa, die das Kulturministerium dem Goethe-Institut zur längerfristigen Miete anbot, hat hohen historischen Symbolwert, war sie doch gleich nach Kriegsende der Sitz der Unabhängigkeitsbewegung Aung Sans. In ihren großzügigen Salons wurden die Forderungen an die britische Kolonialmacht diskutiert und die Grundzüge der künftigen Verfassung Myanmars ausgearbeitet. Das geschichtsträchtige Haus denkmalgerecht zu renovieren und durch einen modernen Neubau für Bibliothek und Auditorium zu ergänzen, ist zu einem der größten kulturellen Bauprojekte des Auswärtigen Amtes der vergangenen Jahre geworden und damit ein deutliches Signal der deutschen auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik an die junge Demokratie in Myanmar.

Eröffnung mit Kulturprogramm

In der Woche nach der Eröffnung wird ein vielfältiges Kulturprogramm geboten: Dazu gehören Ausstellungen von burmesischen und deutschen Künstlern, eine Clubnacht mit DJs aus Berlin und schließlich zwei Konzerte zum einzigen erhaltenen Stummfilm aus Myanmar, "Smaragd-Dschungel" von 1934, der unter anderem mit Mitteln des Auswärtigen Amtes vor zwei Jahren restauriert und vor wenigen Tagen ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Die Originalmusik dazu spielen traditionelle burmesische Schlagzeuger und Jazzmusiker aus Berlin.

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