Bauhaus international

In Hangzhou, China, eröffnet eine erste Ausstellung zur internationalen Wirkungsgeschichte der deutschen Gestaltungschule.

Skyline von Hangzhou, China
Skyline von Hangzhou, China dpa

Deutschland. Das Bauhaus existierte nur 14 Jahre: von 1919 bis 1933. Dennoch wurde es zur bedeutendsten Schule für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert. In Weimar, Dessau und Berlin aus politischen Gründen immer wieder zu Neuanfängen gezwungen, entwickelte es sich unter den drei Direktoren Walter Gropius, Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe dennoch laufend weiter. Der Anspruch, Gestaltung von Grund auf neu zu denken und keine überlieferten Gewissheiten zu akzeptieren, ebnete nicht nur den Weg zum künstlerischen Aufbruch in die Moderne. Vielmehr ließ er die Wirkungen des „Experiments Bauhaus“ bis in unsere Gegenwart reichen. Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm „bauhaus imaginista“ untersucht anlässlich des 100. Gründungsjubiläums im Jahr 2019 die internationale Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte des Bauhauses.

Studie zum Simultankontrast von Takehiko Mizutani (Unterricht Josef Albers), 1927
Studie zum Simultankontrast von Takehiko Mizutani (Unterricht Josef Albers), 1927
Bauhaus-Archiv Berlin, Foto: Markus Hawlik

Ein Masterplan für Shanghai

Am 8. April 2018 eröffnet die erste Ausstellung in Hangzhou, China. Unter dem Titel „Moving Away“ fragt sie, wie universale Gestaltungsprinzipien des Bauhauses von Gestaltern und Architekten in unterschiedlichen kulturellen und politischen Kontexten entwickelt, angepasst, erweitert oder erneuert wurden. In China fanden Bauhausideen Eingang durch Architekten wie Richard Paulick,  Gropius’ langjähriger Assistent, und Wang Dahong, einer von Gropius’ Studenten. Sie waren Lehrer an der Architekturfakultät der St. John’s University, Shanghai, die sich direkt auf die Lehrpläne des Bauhauses bezog. Nach 1945 sollten diese beiden Architekten eine entscheidende Rolle in der Entwicklung eines Planes für Groß-Shanghai spielen – ein modernes Stadtplanungsprojekt, das auf rationalen Grundprinzipien aufbaute.

Die Ausstellung „Moving Away“ ist Teil der Eröffnungsausstellung des China Design Museums auf dem Campus der China Academy of Art, Hangzhou. Neben einer Vielzahl von Objekten und Prototypen, die zu Zwecken der Kommerzialisierung hergestellt wurden, sind auch Pläne und Studien von Architektur- und Städtebauprojekten zu sehen. In einem internationalen Symposium vom 9. bis 10. April 2018 präsentieren Forscher ihre Ergebnisse zu der engen Beziehung zwischen Design und Architektur am Bauhaus und in Asien.

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