Marx macht mobil

Die EU und China haben das „Tourismusjahr 2018“ eröffnet. Eine Top-Destination ist Trier zum 200. Geburtstag von Karl Marx.

Karl-Marx-Figuren aus Kunststoff vor der Porta Nigra in Trier
Karl-Marx-Figuren aus Kunststoff vor der Porta Nigra in Trier

Im Januar 2018 haben hochrangige Vertreter der Europäischen Union und der Volkrepublik China in Venedig das EU-China Tourism Year (ECTY) 2018 eröffnet. Ziel ist es, den Tourismus zwischen Europa und China auszuweiten und Europa zum bevorzugten Reiseziel für chinesische Touristen zu machen. Die EU strebt einen jährlichen Zuwachs von 10 Prozent bei den Besucherzahlen aus China an. Das würde einem Umsatzplus von einer Milliarde Euro pro Jahr entsprechen.

Schon heute ist China gemessen an der Zahl der Auslandsreisen der zweitgrößte Reisemarkt der Welt. Darüber hinaus geben chinesische Touristen im Ausland am meisten Geld aus: Im Jahr 2016 beliefen sich diese Ausgaben auf 213 Milliarden Euro. Das EU-China Tourism Year 2018 geht auf eine Initiative von Jean-Claude Juncker, dem Präsidenten der Europäischen Kommission, und Li Keqiang, dem chinesischen Ministerpräsidenten, zurück.

Karl Marx Statue
dpa
China schenkt der Stadt Trier eine Marx-Statue

Die Heimatstadt von Karl Marx feiert 2018 den 200. Geburtstag des Philosophen und Ökonomen. Zum Jubiläum schenkt China der Stadt Trier eine 5,50 Meter große Marx-Statue aus Bronze, die der Bildhauer Wu Weishan anfertigt. Zum Geburtstag am 5. Mai soll sie in der Innenstadt stehen. Dann eröffnet auch die Doppelausstellung „Karl Marx 1818–1883. Leben. Werk. Zeit“. Auch das Geburtshaus von Karl Marx wir nach der Sanierung am 5. Mai wieder eröffnet.

Bei der Eröffnungsveranstaltung in Venedig wurde vereinbart, auch weniger bekannte Ziele in China und der EU zu fördern – darunter auch ausgewählte Orte und Regionen in Deutschland. Dazu zählen die Unesco-Welterbestätten Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin, der Rammelsberg und die Goslarer Altstadt, die Oberharzer Wasserwirtschaft, das romantische obere Mittelrheintal, die Zeche Zollverein in Essen und nicht zuletzt die  Stadt Trier.

Die neue Dauerausstellung im Karl-Marx-Haus zeigt Karl Marx als von den Umbrüchen des 19. Jahrhunderts geprägten Menschen, als Analytiker und Kritiker der kapitalistischen Gesellschaftsordnung sowie als Vordenker der Sozialdemokratie in Deutschland, Europa und der Welt. Sie zeigt aber auch den politischen Aktivisten, der die Welt im Sinne der Ideen der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – umgestalten möchte. Es wird veranschaulicht, wie Karl Marx‘ Werke wahrgenommen und interpretiert wurden und werden.    

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