Francfort en français

Stars der französischen Literatur, Comics, Digitales: Die Buchmesse führt durch die frankophone Welt.

Frankfurter Buchmesse 2017
dpa

Es sind nicht bloß Regale. Die luftige Holzkonstruktion, in denen sich der Ehrengast Frankreich auf der Buchmesse 2017 vorstellt, gibt Raum – für tiefgründige Lektüre und für den leichten Ton. Verstecken, zeigen, arrangieren, im lichtdurchfluteten Bibliothekspavillon gibt es in jeder Ecke etwas zu entdecken. Und das nicht nur aus Frankreich: Der Ehrengast stellt nicht das Land in den Mittelpunkt, sondern die frankophone Welt  – die Sprache und Kulturen, die sie verbindet. Die warme Atmosphäre, der Duft aus Holz und frisch Gedruckten und eine kleine Pâtisserie laden zum Schmökern und Entdecken ein.  

Vielfalt und Offenheit prägen auch das Rahmenprogramm. Viele der Veranstaltungen in Frankfurt sind offen für alle, die Interesse haben – und dank Übersetzungen gibt es keine Sprachbarrieren. Rund 180 französischsprachige Autorinnen und Autoren sind in Frankfurt auf dem Messegelände und in der Stadt unterwegs, unter ihnen so prominente wie Philippe Dijan, Mathias Énard, Olivia Rosenthal und Tomi Ungerer. 

Im Zeitalter des Web 4.0 ist es mit gedruckten Büchern allein aber nicht getan. Eine digitale Literaturinstallation von Joris Mathieu und Nicolas Boudier erweckt Bücher in Gestalt eines Vorlesers zum Leben, ein digitales Wandbild zeigt die Geschichte der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“. Bewegte Bilder bietet ein französischer Manga-Comic samt seiner typischen Bildsprache. Apropos Comic: Die Bildergeschichten haben in Frankreich seit Jahren Konjunktur, besonders unter Erwachsenen. Die neuen und alten Helden von über 20 Autoren gibt es deshalb auch in Frankfurt zu sehen: als Ausstellung, Vorführung und Performance.

Tradition statt Web 4.0: Der französische Historiker Patrick Boucheron druckt auf einer Replik der Gutenberg-Druckerpresse die ersten Seiten seines neusten Buchs auf Deutsch und  Französisch.

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