Wo die Welt Geschichten erzählt
Tschechien ist Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse 2026. Warum eine imaginäre Küste dabei eine besondere Rolle spielt und was das internationale Programm bietet.
Ein Land ohne Meer präsentiert sich als „Ein Land an der Küste“: Unter diesem Motto ist Tschechien Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026. Runde, an Kiesel erinnernde Elemente im Pavillon greifen das Motiv auf.
Die ungewöhnliche Idee einer tschechischen Küste stammt aus der Literatur: In seinem Drama „Das Wintermärchen“ verlegte William Shakespeare Böhmen kurzerhand ans Meer. Das historische Böhmen gehört heute größtenteils zu Tschechien.
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Einverständniserklärung öffnenDiese literarische Inspiration übernimmt der tschechische Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse 2026: An der imaginären Küste sollen „Sprachen, Geschichten und Ideen anlanden“. Bojen und ein Leuchtturm bilden die Kulisse, in der die Besucherinnen und Besucher der 78. Frankfurter Buchmesse tschechische Literatur entdecken können.
Was bietet das Programm der Frankfurter Buchmesse 2026?
Vom 7. bis 11. Oktober 2026 wird Frankfurt zum Treffpunkt der internationalen Buchwelt. Hundertausende aus mehr als hundert Ländern werden wieder auf die weltgrößte Buchmesse strömen. 2026 stehen Begegnungen mit internationalen Autorinnen und Autoren wie Gisèle Pelicot oder dem Pulitzer-Preisträger Colson Whitehead ebenso auf dem Programm wie Lesungen aus Neuerscheinungen und Gespräche über aktuelle gesellschaftliche Themen. Lyrik trifft auf Prosa, Sachbücher auf Comics, Podcasts auf Illustrationen. Mehr als 3.500 Veranstaltungen zeigen, wie vielfältig Geschichten erzählt werden.
Literatur aus aller Welt
Tschechien steht als Ehrengast im Mittelpunkt der Frankfurter Buchmesse 2026. Doch das Programm führt weit über die Grenzen Europas hinaus.
Auf der neuen Matsuri Stage trifft das Publikum auf japanische Kultur mit Cosplay, Manga und Zeichenkursen. Die LatAm Stage bietet die Bühne für Literatur aus Lateinamerika und feiert damit ein Jubiläum: Vor 50 Jahren war Lateinamerika der erste Ehrengast der Frankfurter Buchmesse.
Wie Gegenwartsliteratur unabhängig von ihrer Herkunftssprache zugänglich gemacht werden kann, damit befasst sich das Zentrum Wort: Übersetzerinnen und Übersetzer aus der ganzen Welt tauschen sich darüber aus, wie sie sprachliche Grenzen überwinden.
Deutscher Buchpreis geht an Shida Bazyar
Zum Auftakt der Buchmesse bekam die Autorin Shida Bazyar den Deutschen Buchpreis verliehen. Ihr Roman „Die Lücken“ zeichnet anhand einzelner Figuren 90 Jahre deutscher Geschichte nach. Die Jury zeigte sich von den literarischen Strategien überzeugt, die zwischen den Zeiten springen. Es sei ein „Roman gegen Gleichgültigkeit“.
Friedenspreis für Philippe Sands
Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse 2026 am 11. Oktober wird der französisch-britische Jurist und Schriftsteller Philippe Sands mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Der Stiftungsrat würdigt ihn als eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen unserer Zeit, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Verteidigung des Völkerrechts einsetzt.