Natur des Jahres 2015

Jedes Jahr wählen Organisationen in Deutschland Pflanzen und Tiere, die besondere Beachtung und Schutz verdienen. Eine Auswahl.

dpa/McPHOTO - Northern goshawk

Verfolgter Jäger

Der Habicht (Accipiter gentilis) wurde zum „Vogel des Jahres 2015“ gekürt. Der Greifvogel ist scheu. Obwohl die Jagd auf den Habicht seit den 1970er-Jahren verboten ist, beklagen Naturschutzorganisationen die illegale Verfolgung des Tiers. In Deutschland leben derzeit etwa 11.500 bis 16.500 Brutpaare, Berlin hat übrigens mit etwa 100 Brutpaaren eine der höchsten Siedlungsdichten von Habichten weltweit. www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres

Kleiner Baumbruder

Der Feld-Ahorn (Acer campestre) ist in Deutschland zum „Baum des Jahres 2015“ gewählt worden. Der robuste „kleine Bruder“ des Spitz- und Bergahorns ist relativ klein, knorrig, mehrstämmig und vor allem unauffällig - zumeist am Feldrain oder in Hecken zu finden. Und er ist ein Überlebenskünstler, der sowohl stark verdichtete Böden, Ozon, intensive Sonne und Trockenheit als auch wochenlange Überflutungen verträgt. www.baum-des-jahres.de

Gefährdeter Panzerträger

Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) wurde zum „Reptil des Jahres 2015“ erkoren. Sie ist die einzige Schildkrötenart, die in Mitteleuropa natürlich vorkommt. Doch ihr Lebensraum in Feuchtgebieten schrumpft und sie gilt in Deutschland als „vom Aussterben bedroht“. Es gibt nur noch wenige Populationen, vor allem in Ostdeutschland. www.dght.de

Koralle über Wasser

Wer bei Korallen nur ans Meer denkt, kennt die Becherkoralle (Artomyces pyxidatus) nicht. Sie ist der „Pilz des Jahres 2015“ und nicht mit der Meereskoralle verwandt. Sie gedeiht auf abgestorbenen Bäumen, doch weil diese zunehmend zum Heizen genutzt werden, wird der natürliche Lebensraum für diese Organismen kleiner. www.dgfm-ev.de

Wilde Lurchheimat

Die im Oberallgäu entspringende Argen wurde zur „Flusslandschaft 2014/15“ gekürt. Die Argen gilt als einer der letzten deutschen voralpinen, „wilden“ Gebirgsflüsse und mündet nach 90 Kilometern in den Bodensee. In dieser Flusslandschaft sind europaweit bedeutsame Amphibienarten wie  Kammmolch und Gelbbauchunke heimisch. www.wilde-argen.de

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