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Der Schneeleopard zählt zu den am stärksten bedrohten Großkatzen der Erde.
Der Schneeleopard zählt zu den am stärksten bedrohten Großkatzen der Erde. © picture alliance/imageBROKER/Jürgen & Christine Sohns | Video: BlackBoxGuild

Schutz wirkt: Was der Schneeleopard über Artenvielfalt verrät

195 Staaten im Einsatz für Biodiversität: Wie sich die COP17 in Eriwan für Naturschutz engagiert und welche Rolle Deutschland dabei spielt. 

14.10.2026Clara KrugClara Krug

Es ist mitten in der Nacht, als im Gebirge Kirgisistans eine Kamera auslöst. Für einen Moment füllt ein Schneeleopard das Bild. Dann ist er wieder verschwunden. Die Aufnahme gehört zu einer systematischen Erfassung, bei der Forschende in Kirgisistan 875 Kamerafallen auf mehr als 125.000 Quadratkilometern aufstellten und mehr als 335 Sichtungen dokumentierten. Auch das Büro des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) in Kirgisistan war an der 2025 veröffentlichten Studie beteiligt. Schneeleoparden zählen zu den am stärksten bedrohten Großkatzen der Erde, Lebensraumverlust und Wilderei setzen ihnen zu. Umso wichtiger ist die gute Nachricht aus der Studie: Schutzgebiete und grenzüberschreitende Zusammenarbeit wirken. Mit durchschnittlich 285 erwachsenen Tieren gibt es in Kirgisistan einen Aufwärtstrend seit dem Tiefpunkt von 150 bis 200 Tieren im Jahr 2000.  

Ein Tukan im belizischen Regenwald
Ein Tukan im belizischen Regenwald © picture alliance / imageBROKER | Addictive Stock

Welche Ziele verfolgt die COP17? 

Eine Million der geschätzt acht bis zehn Millionen Tier- und Pflanzenarten ist laut Weltbiodiversitätsrat (IPBES) vom Aussterben bedroht. Ohne intakte Biodiversität gibt es keine verlässliche Lebensgrundlage, ihr Schutz ist daher eine gemeinsame Aufgabe. Genau darum geht es bei der UN-Biodiversitätskonferenz (COP17) in der armenischen Hauptstadt Eriwan. Vom 19. bis 30. Oktober 2026 kommen dort die 196 Vertragsparteien zusammen – 195 Staaten, darunter Deutschland, und die Europäische Union.  

Die Konferenz soll sicherstellen, dass die Beschlüsse der vergangenen Konferenzen weiter umgesetzt werden. Im Jahr 2022 nahm die COP15 das Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework an. Das bekannteste der 23 Vorhaben ist das 30x30-Ziel, wonach 30 Prozent der Erdoberfläche bis 2030 unter Schutz stehen sollen. Die Staatengemeinschaft beschloss 2024 und 2025 weitere Maßnahmen, unter anderem zu einer stärkeren Rolle indigener Völker. 

Wie setzt sich Deutschland für Biodiversität ein? 

Die Bundesregierung hat im Dezember 2024 die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030 beschlossen. Sie umfasst 21 Handlungsfelder mit 64 Zielen und rund 250 Maßnahmen, die bis 2027 umgesetzt werden sollen. Im globalen Süden fördert Deutschland über die Internationale Klimaschutzinitiative Biodiversitätsprojekte. Bisher sind es über 1.100 Projekte in rund 150 Partnerländern mit einem Gesamtvolumen von fast acht Milliarden Euro. 

Korallenriffe sind eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde, doch weltweit geraten sie zunehmend unter Druck.
Korallenriffe sind eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde, doch weltweit geraten sie zunehmend unter Druck. © picture alliance / Anadolu | Tahsin Ceylan

Was ist die COP?  

COP steht für „Conference of the Parties“, also Vertragsstaatenkonferenz. Die erste Weltbiodiversitätskonferenz fand 1994 auf den Bahamas statt. Seitdem treffen sich die Mitgliedstaaten etwa alle zwei Jahre.  

Was ist die CBD?  

Die UN-Biodiversitätskonvention (Convention on Biological Diversity, kurz CBD) wurde 1992 in Rio de Janeiro verabschiedet und gilt bis heute als das wichtigste internationale Regelwerk für die biologische Vielfalt. Es schützt Tiere, Pflanzen und Ökosysteme und verbindet diesen Schutz mit der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen.