Gold, Silber, Bronze und mehr

Hinter den Medaillen verbergen sich kleine Geschichten, die als große Olympia-Momente in Erinnerung bleiben werden.

dpa/MAXPPP - Christoph Harting

Dramatisch: Die Olympischen Spiele sollten seine Spiele werden. Turner Andreas Toba, Deutscher Meister im Mehrkampf, war in Topform. Aber es kam anders. Bei einem Sprung seiner Bodenübung landete der Hannoveraner so unglücklich, dass er sich das Kreuzband riss. Um seinem Team zu helfen, trat er dennoch am Pferd an, legte eine tadellose Übung hin und sicherte seiner Mannschaft den Einzug ins Finale.

Sensationell: Diskuswerfer Robert Harting, Olympiasieger von London 2012, war als Favorit nach Rio geflogen. Doch der Traum platzte schnell. Wegen eines Hexenschusses verpasste der Berliner die Qualifikation. Umso größer war die Freude, als sein jüngerer Bruder Christoph im Diskuswerfen  überraschend Gold holte. Mit einer sensationellen Steigerung im letzten Versuch übertraf er den polnischen Topfavoriten Piotr Malachowski, der lange Zeit in Führung gelegen hatte.

Überraschend: In einem mitreißenden Tennisfinale bezwang Monica Puic, die Außenseiterin aus Puerto Rico, die deutsche Favoritin Angelique Kerber und holte das erste Gold für Puerto Rico in der Olympiageschichte. Kerber, die dieses Jahr die Australian Open gewonnen hatte und in Wimbledon im Finale stand, fährt trotzdem stolz nach Hause. Silber ist die erste Medaille für die deutschen Tennisspieler bei Olympia seit 12 Jahren.

Hauchdünn: In einem dramatischen Finale gewann Sophie Scheder aus Chemnitz die Bronzemedaille am Stufenbarren. Mit 15,566 Punkte lag sie lediglich 0,033 Punkte vor ihrer Teamkollegin und Freundin Elisabeth Seitz. Es ist das beste Ergebnis einer deutschen Turnerin an diesem Gerät seit 28 Jahren.

Dankbar: Lange war über die Form von Usain Bolt spekuliert worden. Der jamaikanische Sprintstar hatte Anfang des Jahres Probleme mit dem Knöchel, im Juli musste er die jamaikanische Trials wegen einer Muskelverletzung abbrechen. Doch dann ging er an den Start der 100-Meter-Strecke und holte als erster Sprinter zum dritten Mal Gold auf der Königsstrecke. Die Medaille widmete er seinem deutschen Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.

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