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Surfer auf einer sehr großen Welle
Sebastian Steudtner surft vor der Küste von Nazaré in Portugal. © picture alliance / ZUMAPRESS.com | Henrique Casinhas
Surfen

Auf der Erfolgswelle

Deutsche Surfer sorgen international mehr und mehr für Aufsehen. Wir stellen euch zwei Stars der Szene vor: Sebastian Steudtner und Camilla Kemp. 

26.08.2026Johannes_GöbelJohannes Göbel

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Sebastian Steudtner: Zum Rekord gerast 

Es wirkt wie ein Duell mit der Natur: Als Sebastian Steudtner im Oktober 2020 mit dem Surfbrett auf einer gigantischen Welle vor der portugiesischen Küstenstadt Nazaré zum Weltrekord rast, versucht das Meer ihn zu verschlingen. Und schafft es erst einmal nicht. Rund 80 Stundenkilometer schnell ist Steudtner, und als die Wassermassen seinen wilden Ritt beenden, hat er eine neue Bestmarke erreicht: 26,21 Meter – eine höhere Welle hat zuvor kein anderer Surfer bewältigt.

Surfer mit Surfbrett unter dem Arm
Mittlerweile ein internationaler Star: Sebastian Steudtner © picture alliance / sampics / Stefan Matzke

Sebastian Steudtner sucht schon sein Leben lang neue Wege: Als er 16 Jahre alt ist, darf der Sohn einer Österreicherin und eines Deutschen endlich auswandern und von Deutschland nach Hawaii ziehen, in das Windsurfinternat Maui Ocean Academy. Auch nachdem er das Internat verlassen hat, bleibt Steudtner zunächst auf Hawaii, jobbt unter anderem als Bauarbeiter, um sich seinen Traum vom Leben als Surfer zu finanzieren. Heute lebt er im Winter dauerhaft in Nazaré und behält die beeindruckenden Wellen im Blick. Im April 2024 toppt er seinen eigenen Rekord und surft eine 28,57 Meter hohe Welle. Dieser neue Spitzenwert ist noch nicht offiziell anerkannt, aber Steudtner macht weiter, immer auf der Suche nach dem nächsten Highlight.

Camilla Kemp: Die Freiheit gefunden 

Sie wächst am Meer auf – und hat als Surferin längst die Welt kennengelernt: Camilla Kemp wird als Tochter deutsch-holländischer Eltern in Portugal geboren und ist lange am Strand Praia do Guincho zuhause, einem Paradies für Wellenreiter. Sie besucht die Deutsche Schule in Lissabon, surft aber zunächst für die portugiesische Nationalmannschaft. 2018 entscheidet sie sich für das deutsche Team und hat den Wechsel einmal so begründet: „Wir sind hier alle verschieden, aber gleichzeitig auch gleich, weil wir aus verschiedenen Ländern kommen, aber den deutschen Pass teilen. Im deutschen Team habe ich meine Identität gefunden.“ 

2024 schreibt Camilla Kemp Sportgeschichte und vertritt als erste Surferin Deutschland bei den Olympischen Spielen. Sie wird in Paris 17., ist beeindruckt vom sportlichen Mega-Event – und fällt nach dem Wettkampf zunächst in ein Loch. Das Gefühl der Freiheit ist ihr über den sportlichen Druck verlorengegangen, verrät sie einem Surfer-Portal: „Ich habe versucht, wieder das kleine Mädchen in mir zu finden, das einfach stundenlang am Strand sitzen und surfen wollte.“ Das hat sie geschafft und bereitet sich nun wieder intensiv auf das nächste große Ziel vor: die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. 

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