Wo wollen wir leben?

Laut einer aktuellen Studie liegen Klein- und Mittelstädte im Trend.

Laut einer aktuellen Studie liegen Klein- und Mittelstädte im Trend.
dpa

Leben in der Stadt liegt im Trend. Dabei zieht es die Menschen aber nicht nur in die Millionen-Metropolen, sondern auch in Mittel- und Kleinstädte, zum Teil an den Rändern der Metropolen. In den ländlichen Räumen setzt sich dagegen die Abwanderung fort – allerdings auf einem relativ geringen Niveau. Besonders betroffen sind strukturschwache Regionen jenseits städtischer Verdichtung. Das ist das Ergebnis der Studie «Trend Re-Urbanisierung?» des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung.

Bad Neustadt an der Saale in Bayern, das ostfriesische Aurich in Niedersachsen, Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern oder Heide in Schleswig-Holstein gehören demnach zu den Klein- und Mittelstädten mit besonders deutlichem Zuwachs. Bei dem genauen Blick auf die Wanderungsbewegungen habe sich gezeigt: Der Zuzug komme vor allem aus «großen Großstädten» ab 500 000 Einwohnern. Der Bericht aus Gütersloh spricht von «Überschwappeffekten» und einem Wegzug in angrenzende «Speckgürtel».

Auch wenn der ländliche Raum insgesamt weiter Einwohner verliere, sei dieser Prozess doch «eher schleichend». Zugleich gebe es ein Plus für zahlreiche Kommunen in ländlichen Regionen, schilderte Projektleiterin Petra Klug. Beispiele: Finsterwalde im südlichen Brandenburg, Eschwege im nordöstlichen Hessen, Hildburghausen in Thüringen oder auch Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Zuwachstrend sei recht deutlich und könne auch wirtschaftliche Hintergründe wie einen stabilen Mittelstand haben.

Welche Ursachen sieht die Bertelsmann-Stiftung insgesamt für die Bewegungen? Es gebe ein ganzes Bündel, sagte Stiftungsvorstand Brigitte Mohn. Arbeitsplatzwechsel, zu wenig bezahlbarer Wohnraum in den Großstädten, persönliche Lebensmodelle. Das Alter spiele ebenfalls eine Rolle. Gehen jüngere Leute zwischen 18 und 25 Jahren zu Studium oder Ausbildung eher in die Großstadt, ziehen Familien und ältere Menschen ab 65 Jahren kleine und mittlere Städte vor.

Mit Material von dpa; Übersetzung: deutschland.de