„Opfer sinnloser Gewalt“

Mit Entsetzen und Mitgefühl haben Politiker aus Deutschland und Europa auf die tödliche Messerattacke auf Danzigs Bürgermeister reagiert.

In Danzig brennen Kerzen zum Gedenken an Pawel Adamowicz.
In Danzig brennen Kerzen zum Gedenken an Pawel Adamowicz. dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier drückte der Frau des Bürgermeisters Pawel Adamowicz, der auch zwei Töchter hinterlässt, sein Beileid aus. „Mit großer Trauer habe ich von dem Tod Ihres Ehemannes Pawel Adamowicz erfahren, der Opfer einer so sinnlosen Gewalttat wurde.“ Adamowicz sei aktiv an der friedlichen Protestbewegung beteiligt gewesen, die zum Ende des kommunistischen Regimes in Polen führte und den Weg zum Fall der Berliner Mauer bereitete, betonte Steinmeier.

Adamowicz war am 14 Januar den Folgen eines Messerangriffs bei einer Spendenveranstaltung am Vorabend erlegen. Der 53-Jährige starb im Krankenhaus an seinen schweren inneren Verletzungen. Die zuständige Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes. Der Täter, ein vorbestrafter 27-jähriger Danziger, habe aus niederen Beweggründen gehandelt, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Krzysztof Sierak.

Außenminister Heiko Maas schrieb auf Twitter: „Dieses feige Attentat macht uns fassungslos. In diesen schweren Stunden denken wir an seine Familie und Freunde. Wir stehen fest an der Seite unseres engen Freundes und Nachbarn.“

Das EU-Parlament hielt zum Gedenken an Adamowicz eine Schweigeminute ab. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker wandte sich in einem Schreiben an den polnischen Präsidenten Andrzej Duda. „Im Namen der Europäischen Kommission möchte ich der Familie von Pawel Adamowicz, der Gemeinschaft von Danzig und allen Bürgern Polens unsere tiefe Anteilnahme ausdrücken.“ Adamowicz habe in hohem Maße zur Entwicklung Danzigs beigetragen und Bedürftigen – unabhängig von ihrem Hintergrund – geholfen.

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