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Wie Europa Menschen in Not unterstützt

Humanitäre Hilfe rettet viele Menschenleben. Einer der wichtigsten Akteure ist die EU.

Nahrungsmittelhilfe in der Sahelzone

Immer wieder sind die Bewohner der Sahelzone, die sich von der Atlantikküste im Westen bis zum Roten Meer im Osten Afrikas erstreckt, von Hungerkatastrophen betroffen. Seit 2012 hat die EU ihr Hilfsprogramm für die Sahelzone auf 337 Millionen Euro aufgestockt. Sie stärkt in der Überbrückungsphase vor der nächsten Ernte den Aufbau der Widerstandsfähigkeit, leistet Soforthilfe in akuten Notsituationen und arbeitet danach auf eine Konsolidierung der 
Lage hin. Das Leid der hungernden 
Menschen erhielt so wieder mehr Aufmerksamkeit.

Auch in Pakistan und im Jemen hilft die EU zahlreichen an Unter- und Mangel­ernährung leidenden Menschen. Insgesamt fließt der größte Teil des EU-Budgets für humanitäre Programme in die Nahrungsmittelhilfe. Die Sahelzone 
ist auch ein Schwerpunkt der deutschen humanitären Hilfe. Seit Ende 2013 hat die Bundesregierung 31,5 Millionen Euro bereitgestellt.

Wasser und Camps für syrische Flüchtlinge

Fast drei Millionen Syrer fliehen vor Krieg und Gewalt in ihrer Heimat. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR bezeichnete die Situation als den „größten humanitären Notfall unserer Zeit“. Die Zivilbevölkerung ist ständig in Gefahr – und auch die Helfer internationaler Organisationen: Mindestens 59 Mitarbeiter sind seit März 2011 in Syrien ums Leben gekommen. Die EU versucht, das Leid zu lindern: Seit Ausbruch der Krise hat Europa mehr als 2,8 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe aufgebracht – die Hälfte stammt von den Mitgliedsstaaten, den Rest hat die Europäische Kommission beigesteuert.

Mitten in der jordanischen Wüste unterstützt auch das deutsche Technische Hilfswerk (THW), das dem Bundesinnenministerium untersteht, die VN und UNICEF beim Aufbau eines Flüchtlingscamps. Die größtenteils ehrenamtlichen Helfer der weltweit einmaligen deutschen Hilfsorganisation richteten ein System für die Wasserversorgung ein.

Soforthilfe und 
Wiederaufbau in Haiti

Nur eine halbe Minute dauerte es – und Haiti lag in Trümmern. Als am 12. Januar 2010 in dem Karibikstaat die Erde bebte, kamen mehr als 220 000 Menschen ums Leben, Gebäude sanken in sich zusammen. Die EU handelte schnell und überwies mehr als 100 Millionen Euro für Hilfsmaßnahmen. So wurden die mehr als fünf Millionen betroffenen Menschen unter anderem mit sauberem Trink­wasser, Lebensmitteln, Unterkünften, ­Duschen, Hygieneartikeln und Decken ­versorgt. Erdbebenhilfe leistete auf deutscher Seite unter anderem das Deutsche Rote Kreuz.

Auf das Beben folgte eine zweite Katastrophe: Eine Cholera-Epidemie brach aus – mehr als 8000 Menschen starben. Die EU stellte 22 Millionen Euro für 
die Behandlung und Eindämmung der Krankheit zur Verfügung und unterstützt Haiti auch heute noch beim Wiederaufbau. Mit Ausgaben von insgesamt 1,2 Milliarden Euro ist die EU der größte Geber in Haiti.

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