Austausch: Bayern in Tel Aviv

Bayern will seine guten Beziehungen zu Israel ausbauen – und hat jetzt eine eigene Anlaufstelle in Tel Aviv.

Bayern will mit israelischen Gründern kooperieren.
Bayern will mit israelischen Gründern kooperieren. Cookie Studio/stock.adobe.com

Das Mindspace-Gebäude in Tel Aviv: ein Treffpunkt für junge Erfinder und innovative Startup-Unternehmer. Eine der Türen schmückt seit Kurzem ein bayerisches Wappen. Im März 2018 hat hier das Büro des Freistaates Bayern für Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Bildung und Jugendaustausch seinen Sitz – und ist damit mittendrin in der israelischen Startup-Metropole. Georg Eisenreich, Bayerischer Staatsminister für Digitales, Medien und Europa, will mit dem Büro vor allem eines: die Partnerschaft stärken.

Georg Eisenreich, Staatsminister für Digitales, Medien und Europa.
Georg Eisenreich, Staatsminister für Digitales, Medien und Europa. Bayerische Staatskanzlei

Herr Eisenreich, warum braucht der Freistaat Bayern ein eigenes Büro in Tel Aviv?   
Hauptaufgabe des Büros ist die Pflege der bayerisch-israelischen Beziehungen in Kultur, Bildung, Wissenschaft und Technologie. Die Themengebiete sind also weit gefasst. Das Büro soll eine thematisch breit aufgestellte Anlaufstelle sein und die bayerisch-israelische Zusammenarbeit fördern. 

Das ist wirklich ein sehr weites Themenspektrum, aber Sie werden sicher Schwerpunkte setzen?
Bei Wissenschaft und Technologie wird es vor allem um den Austausch von Knowhow im Bereich Digitalisierung und Forschung – beispielsweise auf Ebene der Hochschulen – gehen. Beim Thema Wirtschaft soll das Büro als Brückenbauer für Wirtschaftsakteure sowohl aus Bayern als auch aus Israel agieren. Vor allem für den bayerischen Mittelstand können israelische Technologien und innovative Prozesse einen wichtigen Mehrwert darstellen. Einen weiteren Schwerpunkt stellt der Jugendaustausch dar. Ich bin überzeugt davon, dass der Austausch zwischen jungen Menschen aus Bayern und Israel die bayerisch-israelische Freundschaft weiter stärkt. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen von heute diese Freundschaft als wertvolles Gut empfinden, um dieses Gefühl dann an die nächsten Generationen weiter zu geben. So können wir im Bewusstsein um unsere Vergangenheit eine Zukunft der Freundschaft und Verbundenheit gestalten.

Unser Ziel ist es, die besonderen Beziehungen Bayerns zu Israel zu intensivieren.

Georg Eisenreich, Staatsminister in Bayern

Bayern hat als erstes Bundesland ein eigenes Büro in Israel eröffnet. Wieso ist gerade Bayern der Austausch mit Israel so wichtig? 
Ich bin sehr glücklich, sagen zu können: Die Partnerschaft zwischen Bayern und Israel ist eng und fest etabliert. Es bestehen intensive wirtschaftliche Beziehungen – es gab schon Anfang 2009 eine bayerische Wirtschaftsrepräsentanz in Israel –, aber auch eine gute Zusammenarbeit in vielen anderen Bereichen. Hierzu zählen zum Beispiel allein 20 Hochschulkooperationen. Seit 2011 gibt es in München ein israelisches Generalkonsulat. Israel unterhält in Europa nur in Frankreich und Deutschland neben der Botschaft eine zweite Vertretung. Mit dem Büro in Israel soll der Austausch zwischen Bayern und Israel intensiviert und die Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden. Unser Ziel ist es, die besonderen Beziehungen Bayerns zu Israel noch sichtbarer zu machen und zu intensivieren. 


Was sind die nächsten Schritte?
In naher Zukunft freuen wir uns darauf, in die konkrete Projektarbeit einzusteigen, Beziehungen zu knüpfen, Projekte anzubahnen und zu betreuen. 

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