THW hilft im Libanon

Nach der katastrophalen Explosion in Beirut unterstützt das Technische Hilfswerk aus Deutschland mit Fachleuten und Material.

Helfer des Technischen Hilfswerks sind im Libanon im Einsatz.
Helfer des Technischen Hilfswerks sind im Libanon im Einsatz. dpa

Als Günter Steinmüller am Mittwoch um 2 Uhr nachts aus dem Bett geklingelt wurde, wusste er, dass es los geht. Die Bilder von der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut hatte er in den Abendnachrichten gesehen. Steinmüller leitet den Ortsverband des Technischen Hilfswerk (THW) in Rüsselsheim, in der Nähe des Frankfurter Flughafens. Von dort starten die Fachleute des THW zu Hilfseinsätzen in der ganze Welt.

Lagebesprechung im Trümmerfeld.
Lagebesprechung im Trümmerfeld. dpa

Bergungstrupp von Frankfurt nach Beirut geflogen

Auch ein Einsatztrupp mit 50 Helfern ist von dort aus gleich am Mittwochabend in den Libanon geflogen. „Die Mitglieder des Teams der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (Seeba) sind schon nach wenigen Stunden einsatzbereit“, erklärt Steinmüller. Nur eine Zustimmung der Regierung des Einsatzlandes ist notwendig, bevor die Experten abreisen können. Unter ihnen sind Ärztinnen und Ärzte, Fachleute für Logistik und Hundeführer. Das Seeba-Team war bereits nach dem Erbeben in  Iran 2003, Pakistan 2005 und auch 2011 bei der Nuklearkatastrophe in Fukushima im Einsatz.

In Rüsselsheim trifft sich das Team vor den Einsätzen und spricht die Abläufe durch. Die Geräte für den Einsatz kommen aus dem Zentrum für Auslandslogistik in Mainz. „Die Nähe zum Frankfurter Flughafen ist in Rüsselsheim und Mainz optimal“, sagt Steinmüller. So kann das THW schnell in andere Länder reisen. „Schnelligkeit ist vor allem bei einer solchen Katastrophe entscheidend. Die Wahrscheinlichkeit Überlebende unter den Trümmern zu finden, ist in den ersten 72 Stunden am höchsten“, erklärt der Ortsverbandsleiter.

Die Spürhunde leisten wertvolle Hilfe bei der Suche in den Trümmern.
Die Spürhunde leisten wertvolle Hilfe bei der Suche in den Trümmern. dpa

Deshalb kommt zunächst vor allem die Hundestaffel zum Einsatz. „Die Hunde suchen nach Überlebenden. Wenn sie zu müde werden, dann nutzen die Helfer spezielle Suchgeräte“, sagt Steinmüller.

Das Seeba-Team ist immer in Einsatzbereitschaft

Die Spezialisten des Seeba-Teams müssen auch im Alltag immer einsatzbereit sein. „Die Mitglieder sind dafür ausgebildet, innerhalb von sechs Stunden abflugbereit zu sein. Dafür müssen sie sich regelmäßigen Prüfungen unterziehen. Ohne die dürfen sie nicht in den Auslandseinsatz“, sagt Steinmüller. Zusätzlich zu den Hilfskräften für die Bergungsarbeiten sind auch Expertinnen und Experten in den Libanon gereist, die den Behörden bei der Beurteilung der Lage helfen, Gebäudeschäden begutachten und die deutsche Botschaft unterstützen können.

 

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