Hilfe für Hurrikan-Opfer

So unterstützen deutsche Hilfsorganisationen die Betroffenen in der Karibik und den USA.

Hurrikan Irma
dpa

Hurrikan „Irma“ hat im US-amerikanischen Florida, in Haiti und auf mehreren weiteren karibischen Inseln große Schäden hinterlassen. Zuvor hatte Wirbelsturm „Harvey“ den US-Bundesstaat Texas schwer getroffen. Wie Deutschland hilft.

Experten des Auswärtigen Amts, des Technischen Hilfswerks, der Bundeswehr und von Berufsfeuerwehren sind in der Nacht von Montag auf Dienstag in die USA gereist, um den Menschen vor Ort zu helfen, die von den Folgen des Hurrikans Irma betroffen sind. Rund 200.000 Deutsche sind zur Zeit in Florida oder in der Karibik.

Um Hilfsgüter auf die karibischen Inseln zu bringen, hat die Bundeswehr einen Airbus A400M mit Hilfsgütern nach Curaçao geschickt. Die Helfer werden voraussichtlich zwei Wochen lang in den betroffenen Gebieten im Einsatz sein.

Die Welthungerhilfe hielt in Haiti Nahrungsmittel, Hygienesets und Trinkwasser bereit. Am Ende verursachte der Wirbelsturm dort weniger Schäden als befürchtet, das Land entging damit wohl einer Katastrophe. „Haiti ist schlecht auf so einen Sturm vorbereitet“, sagt Georg Dörken von der Welthungerhilfe. Die Nichtregierungsorganisation engagiert sich seit langem in dem bitterarmen und durch Wetterextreme besonders gefährdeten Land. Sie betreibt dort im Moment 20 Hilfsprojekte, vor allem zu Katastrophenvorsorge, ländlicher Entwicklung und Stärkung der Zivilgesellschaft. Zu den Partnern der Welthungerhilfe gehört auch das Auswärtige Amt. 

Die Menschen sind emotional völlig überfordert.

Ingo Radtke, Generalsekretär von Malteser International

Nach dem Hurrikan „Harvey“ sind zwei Katastrophenhilfeexperten der Malteser in das Notstandsgebiet in Texas gereist. Sie werden unter anderem Bedürftige beraten. Viele, die durch den Hurrikan ihr Haus oder anderen Besitz verloren haben, sind nicht versichert. „Die Menschen sind emotional völlig überfordert. In dieser Ausnahmesituation wollen wir ihnen kompetente und seriöse Berater an die Seite stellen“, sagt Ingo Radtke, Generalsekretär von Malteser International, der selbst von Köln aus in die USA reist. Auch Seelsorger der Malteser sind im Einsatz. „Der Schock über das, was passiert ist – Tod, Verletzung, Angst um Angehörige und Zerstörung des Hauses – hat zu seelischen Verletzungen geführt“, weiß Radtke. „Die Menschen benötigen einen Zuhörer, einen Fürsprecher.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits am Mittwoch mit dem Gouverneur des US-Bundesstaates Texas, Greg Abbot, telefoniert. Sie drückte ihre Anteilnahme und die der deutschen Bevölkerung aus und bot Hilfe an. Der Gouverneur schilderte die Ausmaße des Wirbelsturms, die weit schlimmer gewesen seien als bei Hurrikan „Katrina“ 2005. Merkel und Abbot vereinbarten, über konkrete Hilfen im Gespräch zu bleiben.

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