Irak: Unterstützung für den Wiederaufbau

Entwicklungsminister Müller fordert stärkere internationale Solidarität.

Minister Müller, Kaeser Siemens
Minister Müller und Joe Kaeser vereinbarten die Ausbildung irakischer Fachkräfte dpa

Deutschland will Iraks Wiederaufbau 2018 mit 350 Millionen Euro unterstützen. Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) wird 200 Millionen Euro investieren. 150 Millionen Euro werden vom Auswärtigen Amt umgesetzt‎. Die Zusage bedarf noch der Zustimmung des Deutschen Bundestags.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) forderte am Mittwoch bei einer internationalen Konferenz zum Wiederaufbau des zerstörten Landes in Kuwait jedoch mehr internationale Solidarität: „Die enormen Anforderungen an den Aufbau der zerstörten Infrastruktur ‎erfordern eine stärkere internationale Solidarität, als dies auf der Wiederaufbaukonferenz der Fall war. Die Weltgemeinschaft als Ganzes ist gefordert. Es ist unbefriedigend, wenn nur zehn Länder 90 Prozent der Aufbauhilfe ‎tragen.

Das Geld aus Deutschland soll vor allem der humanitären Nothilfe für Flüchtlingskinder zugute kommen sowie der Errichtung von Schulen, Krankenhäusern und Infrastruktur. Ein Schwerpunkt liegt in Mossul, wo bereits über 580.000 Flüchtlinge in die zerstörte Stadt zurückgeführt werden konnten.

Der Minister unterzeichnete in Kuwait zudem ein Kooperationsabkommen mit dem Vorstandsvorsitzenden von Siemens, Joe Kaeser, zum Aufbau eines Ausbildungszentrums für irakische Jugendliche. Müller sagte, es müsse ein Ziel sein, auch irakischen Flüchtlingen in Deutschland eine Rückkehr und Integration in den heimischen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Nach dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) benötigt der Irak nach Schätzungen der Weltbank 88 Milliarden US-Dollar (rund 71 Milliarden Euro) für den Wiederaufbau. Länder der Region haben Milliardenhilfen versprochen. Von den USA sollte es bei der Konferenz in Kuwait keine Zusagen geben, wie die „New York Times“ berichtete.

© dpa/BMZ/deutschland.de