So unterstützt Deutschland Nepal
Humanitäre Hilfe, Wasserfilter, Moskitonetze: So hilft Deutschland Nepal nach der Sturzflut.
Ende August brach eine Sturzflut mit Wassermassen aus Eis, Schnee und Geröll durch das Trishuli- und Bhote-Koshi-Tal. Sie zerstörte Dörfer, Brücken und Energiekraftanlagen im Grenzgebiet zwischen Nepal und der autonomen Region Tibet (China). Dabei starben mehr als 1.400 Menschen, rund 4.500 weitere wurden noch Anfang September vermisst. Nun geht es darum, schnell Hilfe für die Betroffenen zu leisten, auch um Seuchen zu verhindern, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnte. Mindestens 65.000 Menschen benötigen dringend Unterstützung.
Deutschland unterstützt Nepal mit Hilfsgütern in Höhe von 500.000 Euro: „Wir werden jetzt unmittelbar liefern: Planen, Wasserfilter, Moskitonetze sowie Beiträge, dass die Menschen in der Katastrophenregion wieder sauberes Trinkwasser erhalten können, dass sie provisorisch untergebracht werden können und weitere Maßnahmen“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Thüringen beteiligt sich mit mehr als 100 faltbaren Feldbetten. Zusätzlich stellt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Schwimmwesten bereit.
Die Wiederaufbaukosten könnten rund fünf Milliarden US-Dollar (4,3 Milliarden Euro) betragen. Deutschland hilft im Rahmen der Humanitären Hilfe auch über seine Mitgliedschaften in zwei Fonds: Das Nepalesische Rote Kreuz erhielt beispielsweise über den Disaster Response Emergency Fund der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) mit Sitz in Genf noch am Tag des Unglücks 1 Million CHF (1,1 Millionen Euro), damit es auf dringende Bedürfnisse reagieren, das Ausmaß der Zerstörung zu beurteilen und Gemeinden identifizieren konnte, in denen Hilfe am dringendsten nötig ist. Deutschland hat im Jahr 2026 insgesamt zwei Millionen Euro in diesen Fond einbezahlt.
Aus dem Central Emergency Response Fund der Vereinten Nationen (CERF) wurden 2,5 Millionen US-Dollar bereitgestellt. Deutschland ist seit Jahren einer der größten Geber des CERF und hat 2026 bisher rund 41 Millionen US-Dollar eingezahlt. Die Deutsche Botschaft Kathmandu bereitet momentan ein Auslandsvertretungsprojekt in Höhe von 100.000 Euro mit lokaler Partnerorganisation vor.
Dass die Sturzflut gerade Infrastruktur und Brücken beschädigt hat, trifft Nepal schwer: Das Land gewinnt den größten Teil seines Stroms aus Wasserkraft. Insgesamt elf Wasserkraftwerke und eine Solaranlage wurden von den Wasser- und Geröllmassen erfasst. Hunderte von Beschäftigten gehören zu den Vermissten, Tausende Haushalte sind ohne Strom.