So helfen neue Technologien in Krisenregionen
Wie erreichen Hilfsgüter Menschen in schwer zugänglichen oder gefährlichen Gebieten? KI, Blockchain und ferngesteuerte Fahrzeuge eröffnen neue Möglichkeiten für die humanitäre Hilfe.
Teilautonome Fahrzeuge bringen Hilfe in gefährliche Gebiete
Zerstörte Straßen, unwegsames Gelände oder die Gefahr von Überfällen können Hilfslieferungen erschweren und Einsatzkräfte gefährden. Hier kommt das teilautonome Offroad-Fahrzeug SHERP zum Einsatz: Es lässt sich aus der Ferne steuern und kann Hilfsgüter durch schwer zugängliches Gelände transportieren, ohne dass die steuernde Person selbst am Ort sein muss. „Dort, wo Hilfskräfte direkter Gefahr ausgesetzt sind, bieten remote operierte Roboter eine gute Möglichkeit, um Hilfslieferungen und Katastrophenschutz aus sicherer Entfernung durchzuführen“, sagt Armin Wedler vom Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen setzte die Fahrzeuge bereits ein, beispielsweise in Mosambik oder dem Südsudan. Dort jedoch noch nicht ferngesteuert, sondern mit Fahrern an Board.
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Einverständniserklärung öffnenKI plant den Weg der Hilfsgüter
Wo sollen Lebensmittel für Hilfslieferungen gekauft, wohin transportiert und wo gelagert werden? Um finanzielle Ressourcen zu schonen und die Lebensmittelversorgung zu optimieren, setzt das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) das KI-Tool SCOUT zur Optimierung der Lieferkettenplanung ein. Es hilft unter anderem bei der Planung der Einkäufe und der Wahl der Lagerstandorte, es wird beispielsweise in verschiedenen Gegenden Afrikas eingesetzt. Durch den geplanten Einkauf und bestmögliche Lagerstandorte wurden in 18 Monaten 6,2 Millionen US Dollar eingespart. Das ermöglichte, mit denselben Ressourcen deutlich mehr Menschen zu versorgen.
Blockchain koordiniert Hilfsleistungen
In Krisensituationen leisten oft mehrere Organisationen Hilfe. Da Hilfsorganisationen ihre Einsätze nicht immer miteinander koordinieren können, erhalten manche Menschen mehrfach Unterstützung, während andere zu wenig bekommen. Die Blockchain-Plattform „Building Blocks“ des Welternährungsprogramms der UN (WFP) vernetzt Hilfsorganisationen: Sie können sehen, wer bereits welche Unterstützung erhält, und ihre Hilfe entsprechend koordinieren. Im Jahr 2025 nutzten 159 Organisationen in der Ukraine, in Syrien und Palästina die Plattform, um ihre Hilfsmaßnahmen abzustimmen und die Transparenz zu verbessern.
Der WFP Innovation Accelerator wurde 2015 vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen mit Unterstützung unter anderem des Auswärtigen Amts und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gegründet, um Ideen und Projekte für eine Welt ohne Hunger zu fördern. Allein im Jahr 2025 erreichten die geförderten Innovationen insgesamt 132,5 Millionen Menschen. Zu den diesen Innovationen zählen auch die im Artikel genannten Projekte SCOUT und Building Blocks.