Handelsabkommen: EU und Mexiko stärken ihre Partnerschaft
Die Partner öffnen ihre Märkte noch stärker füreinander. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Freihandelsabkommen.
Im Mai 2026 haben die Europäische Union (EU) und Mexiko ein erweitertes Freihandelsabkommen unterzeichnet. Warum ist diese Vereinbarung gerade jetzt wichtig?
Das bereits bestehende Abkommen zwischen der EU und Mexiko ist mittlerweile mehr als 25 Jahre alt, es wurde im Jahr 2000 geschlossen. Seitdem hat sich mit der Digitalisierung insbesondere technisch viel getan. Dazu kommen die weltpolitischen Verschiebungen gerade der jüngeren Zeit. Europa möchte unabhängiger von den USA und China werden und sucht dafür verlässliche Partner – wie Mexiko.
Wie eng sind die Beziehungen zwischen der EU und Mexiko derzeit?
Die Beziehungen sind insbesondere durch die Autoindustrie eng. Deutsche Hersteller wie Volkswagen, Audi und BMW produzieren seit vielen Jahren in Mexiko, auch der europäische Stellantis-Konzern ist mit Werken präsent. Der Standort ist für die europäische Autoindustrie nicht nur als Absatzmarkt, sondern vor allem für den Export in den nordamerikanischen Wirtschaftsraum relevant. Mexiko ist außerdem wichtig als Rohstofflieferant. Bereits seit 2008 ist Mexiko strategischer Partner der EU; in Lateinamerika hat sonst nur Brasilien diesen Status.
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Einverständniserklärung öffnenWie sind die Märkte miteinander verbunden?
Der Warenhandel zwischen Mexiko und der EU hatte 2025 ein Volumen von fast 86 Milliarden Euro. Für Mexiko ist die EU hinter den USA und China der drittgrößte Handelspartner, gleichzeitig ist die EU der zweitgrößte Exportmarkt Mexikos. Aus Sicht der EU ist Mexiko der elftgrößte Handelspartner. 45.000 europäische Unternehmen exportieren ihre Waren nach Mexiko.
Was ist gegenüber dem bisherigen Abkommen neu?
Die Öffnung der Märkte füreinander geht nun deutlich weiter. Mexiko senkt dafür seine hohen Zölle auf viele Agrarprodukte aus Europa. Es öffnet außerdem seine öffentlichen Ausschreibungen auf Ebene der Bundesstaaten für europäische Unternehmen und vereinfacht die Zollverfahren und Regeln für den digitalen Handel. Der Abbau der Zölle ist umfassend: Mexiko hebt fast alle Zölle auf EU-Einfuhren auf.
Für welche Branchen ist das Abkommen besonders relevant?
In der EU profitieren vor allem die Hersteller hochwertiger Industriegüter und von Technologie. Sie exportieren Maschinen und Anlagen, Fahrzeuge sowie chemische oder pharmazeutische Produkte. Mexiko bringt Elektronik und Maschinen sowie zunehmend Agrarprodukte und Lebensmittel in die EU.
Was erhofft sich die europäische Seite neben Zollerleichterungen von dem Abkommen?
Der Schutz geistigen Eigentums wird geregelt. Das war vor allem ein Wunsch der deutschen Unternehmen, die sich so Fortschritte im Kampf gegen Produktpiraterie erhoffen. Laut der Deutschen Industrie- und Handelskammer werden künftig beispielsweise Finanzdienstleistungen, E-Commerce und Agrarhandel umfassend und zeitgemäß geregelt. Darüber hinaus werde das Abkommen einen besseren Zugang zu kritischen Rohstoffen bieten, so dass strategische Industrien in Europa gestärkt werden können.
Welche Vorteile sieht die mexikanische Seite?
Mexiko bekommt eine starke Alternative zu der dominierenden Partnerschaft mit den USA. Die mexikanische Regierung erwartet einen Anstieg des Handels mit der EU um 35 Prozent binnen fünf Jahren – vor allem durch niedrigere Zölle. Es wird zudem ein neuer Rechtsrahmen gesetzt, der den Handel vereinfachen soll.
Was leistet das Abkommen noch?
Es schützt erstmals geografische Angaben. Parmaschinken, bayerisches Bier, Tiroler Speck oder Gorgonzola – 568 solcher Bezeichnungen sind nun geschützt. Europäische Unternehmen bekommen außerdem einen leichteren Zugang zu öffentlichen Aufträgen in Mexiko. Und es gibt eine verstärkte Zusammenarbeit bei Energiewende und Digitalisierung.