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Lidl: Schwäbischer Familienkonzern mit viralen It-Pieces

Von Neckarsulm nach New York: Wie ein Discounter mit Billigpreisen und Kult-Kollektionen zum Phänomen wurde. 

Helen SibumHelen Sibum , 16.06.2026
Eine Frau trägt eine Handtasche, auf der ein Croissant abgebildet ist.
Croissant-Handtasche von Lidl, entworfen von Nik Bentel Studio © picture alliance / Cover Images | Lidl/Cover Images

Lidl und das „Fifth Avenue Committee” sind keine natürlichen Verbündeten. Hier der kühle Discounter, im Besitz des wahrscheinlich reichsten Deutschen. Dort eine Nachbarschaftsinitiative, die sich für mehr soziale Gerechtigkeit in New York City einsetzt. Doch an der Ecke Fifth Avenue und Baltic Street kommen beide zusammen: Dort eröffnete 2025 eine Lidl-Filiale, nach jahrelangem Kampf der Anwohnerinnen und Anwohner für ein bezahlbares Lebensmittelangebot in ihrem Viertel. Die Initiative feierte die Eröffnung als „großen Sieg“. Was sonst noch überraschend ist an Lidl, erfahrt ihr hier. 

Menschen mit Einkaufswagen laufen durch einen Supermarkt.
Lidl-Filiale in Atlanta © picture alliance / Visually | Allen Creative / Steve Allen

Wie groß ist Lidl?  

Lidl hat nach eigenen Angaben rund 12.900 Filialen in 32 Ländern. Etwa 3.250 Läden befinden sich in Deutschland, die übrigen verteilen sich auf europäische Länder. Die USA sind der einzige Markt außerhalb Europas, auf dem Lidl aktiv ist – anders als Konkurrent Aldi, der auch Geschäfte in China und Australien hat.  

Wer steht hinter Lidl? 

Die Lidl & Schwarz KG wurde 1930 in Neckarsulm in Baden-Württemberg gegründet. Dort ist bis heute der Firmensitz. Über Jahrzehnte wurde das Familienunternehmen von Dieter Schwarz geführt, dem Sohn des Gründers. Der heute 86-Jährige ist Eigentümer der Schwarz-Gruppe, zu der Lidl gehört. Im Forbes-Ranking 2026 wird sein Vermögen auf 58 Milliarden Euro geschätzt, er wäre damit der reichste Deutsche. 

Blick von außen auf den Eingang einer Lidl-Filiale
Lidl-Filiale in Charlotte, North Carolina © Shutterstock/ACHPF

Wie aktiv ist Lidl in den USA? 

Lidl ist 2017 in den US-Markt eingestiegen. Inzwischen hat das Unternehmen fast 200 Filialen, vor allem an der Ostküste. Damit liegt es weit hinter Mitbewerber Aldi, der schon viel länger in den USA vertreten ist und mehr als 2.600 Filialen hat. Der Start für Lidl in den USA verlief holprig, aber unter anderem die stark gestiegenen Lebensmittelpreise haben die deutschen Discounter zuletzt für viele Menschen attraktiv gemacht. 

Ähnlich wie Aldi gilt Lidl mancherorts als „Kult“ – warum? 

Kleine Preise, viele Eigenmarken: Damit füllen die Discounter unter anderem in den USA eine Lücke. Außerdem hat Lidl in den letzten Jahren ein paar Kultobjekte herausgebracht: Zusammen mit dem Designkollektiv Nik Bentel Studio produzierte Lidl 2024 eine Croissant-Handtasche – mit Blick auf das in den USA besonders beliebte 49-Cent-Croissant. 2025 folgte das Parfum „Eau de Croissant“. 2026 gab es eine Handtasche in Einkaufswagen-Optik. 

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