Deutsch-russischer Austausch im All

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst stellt einen europäischen Rekord auf – und kooperiert eng mit seinen russischen Kollegen.

Segej Prokopjew, Serena Auñón-Chancellor und Alexander Gerst
Segej Prokopjew, Serena Auñón-Chancellor und Alexander Gerst dpa

Es ist schon wieder ein deutsch-russischer Wechsel: Anfang Oktober 2018 übernahm der deutsche Astronaut Alexander Gerst das Kommando auf der Internationalen Raumstation ISS von seinem russischen Kollegen Sergej Prokopjew. Am 20. Dezember löst Prokopjews Landsmann Oleg Kononenko Gerst ab, sodass Astro-Alex Weihnachten auf der Erde feiern kann. Kononenko dockte bereits am 3. Dezember erfolgreich mit einer Sojus-Kapsel an der ISS an. Begleitet wurde er bei seinem Weltraumflug von der US-Astronautin Anne McClain und dem Kanadier David Saint-Jacques.

„Expedition 57 ist nun vollzählig. Willkommen an Bord der ISS, #SoyuzMS11 Crew!“, schrieb Alexander Gerst zur Begrüßung auf Twitter. Und weiter: „Gratulation an alle internationalen Partner - 18 Jahre ununterbrochene menschliche Präsenz im Erdorbit ist eine große Leistung, die allen Menschen auf der Erde zu Gute kommt.“

Erfolgreiche Forschung auf der ISS

Die Geschichte der ISS begann bereits vor 20 Jahren: Am 20. November 1998 hob eine russische Proton-Rakete vom Kosmodrom in Baikonur ab und brachte mit dem Sarja-Modul das erste Element der Internationalen Raumstation in die Erdumlaufbahn. Die naturwissenschaftliche Forschung auf der ISS startete im Februar 2001 mit einem deutsch-russischen Experiment zur Untersuchung von kalten Plasmen. Die Plasmakristallexperimente gehören zu den erfolgreichsten Forschungsarbeiten auf der ISS: Mehr als 70 wissenschaftliche Publikationen belegen den Wissenszuwachs. Die Arbeiten haben grundlegende Erkenntnisse geliefert, insbesondere zur Festkörper- und Flüssigkeitsphysik, aber auch zu Anwendungen in der Weltraumphysik, der Plasmaphysik und Plasmatechnologie sowie der Fusionsforschung.

Aktuell kooperieren Deutschland und Russland auf der ISS auch im Forschungsprojekt „ICARUS“, das Tierwanderungen auf der Erde vom Weltall aus verfolgt. Das bietet unter anderem die Chance, Größe und Lage von Schutzzonen zu verbessern. Deutschland ist über die Europäische Weltraumorganisation ESA mit rund 45 Prozent an der Wissenschaft auf der ISS beteiligt und damit der wichtigste Partner der ISS in Europa.

Einen Rekord stellt Alexander Gerst am 8. Dezember 2018 auf: Zählt man seine beiden Weltraummissionen zusammen, hat der Deutsche dann 351 Tage im All verbracht, so viele wie kein anderer Astronaut der ESA. Gersts Nachfolger als Kommandant toppt das allerdings noch: Der 54-jährige Oleg Kononenko hat bereits rund 550 Tage im All verbracht.

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