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Chemie kann zur nachhaltigen Entwicklung beitragen.
Chemie kann zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. © Shutterstock/Vink Fan
Strukturwandel

Kann Chemie grün sein?

Das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) startet in einem ehemaligen Braunkohlerevier – und arbeitet an Innovationen für mehr Nachhaltigkeit. 

30.09.2026Johannes_GöbelJohannes Göbel

Bei „Chemie“ denkt man nicht unbedingt an saubere Umwelt und nachhaltige Entwicklung. Dass sie aber genau dazu beitragen kann, zeigt ein neues wissenschaftliches Zentrum.  

Was ist das Center for the Transformation of Chemistry? 

Das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) ist das erste Großforschungszentrum in Deutschland, das sich der Kreislaufwirtschaft in der Chemie widmet. Gegründet wurde es 2025; in den kommenden Jahren soll es enorm wachsen und bis zum Jahr 2038 rund 1.000 Mitarbeitende haben. Seine Hauptstandorte sind in den Städten Delitzsch in Sachsen und Merseburg in Sachsen-Anhalt – und damit in einer Region, die als Braunkohlerevier mit dazugehöriger Industrie jahrzehntelang für eher umweltschädliches Wirtschaften stand. 

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Wer steht hinter dem neuen Zentrum? 

Der Aufbau des CTC wird mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro gefördert, vor allem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Zahlreiche Partner hat das CTC zudem bereits in Industrie und Wissenschaft gefunden, etwa die Universität Leipzig und das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung.  

Blick auf eine Fabrik mit Simulationen neuer Gebäude
Blick auf eine Zukunftsvision: Im ehemaligen sächsischen Braunkohlerevier von Delitzsch entsteht ein neues Forschungszentrum. © HDR Germany

Was will das CTC erreichen? 

Forschungsgruppen und Pilotprojekte des CTC arbeiten zum Beispiel an recycling-fähigen Chemikalien und Materialien und an der Analyse von Umweltauswirkungen chemischer Prozesse. Im Vordergrund stehen zwei große „Moonshot-Ziele“. So soll ein „Autonomes Labor“ entwickelt werden, das mit Automatisierung und Künstlicher Intelligenz ein vollständig digitalisiertes, intelligentes System bildet und selbstständig chemische Experimente plant, durchführt und optimiert. Der zweite „Moonshot“ peilt ein komplett recyclebares Auto an. Materialien und Verfahren sollen so entwickelt werden, dass die industrielle Fertigung nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft funktioniert. So wird Chemie tatsächlich „grün“.