„Mutig, leidenschaftlich und mit Sachkenntnis“
Die Stadt Oldenburg ehrt die russische Historikerin.
Der Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg für Zeitgeschichte und Politik ging 2014 an die russische Wissenschaftlerin Irina Scherbakowa. „Als Historikerin und Publizistin erhält die promovierte Germanistin den Preis für ihren großen Einsatz, mit dem sie sich mutig, leidenschaftlich und mit profunder Sachkenntnis seit Jahrzehnten für die historische Erforschung der wechselvollen, zerrissenen Geschichte ihres Landes im 20. Jahrhundert einsetzt“, schrieb die Jury in ihrer Begründung. Seit Ende der 1970er-Jahre befasst sich Scherbakowa intensiv mit der Vergangenheit ihres Landes, insbesondere mit dem Stalinismus, der Zeit des Großen Terrors der 1930er-Jahre und dem Gulag-Lagersystem. Als Autorin und Herausgeberin hat sie zahlreiche Bücher zu diesen Themen veröffentlicht. 2005 wurde sie mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, 2013 mit der Medaille der Menschenrechtsbeauftragten der Russischen Föderation.