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Deutsch-französische Initiative soll NATO Abschreckung ergänzen

Deutschland und Frankreich wollen ihre Zusammenarbeit bei der Abschreckung ausbauen – mit einer neuen hochrangigen Nuklear‑Steuerungsgruppe.

03.03.2026
Auf dem Marinestützpunkt Île Longu liegt das französische Atom-U-Boot „Le Téméraire“.
Das französische Atom-U-Boot „Le Téméraire“. auf dem Marinestützpunkt Île Longue. © dpa

(d.de) – Frankreich und Deutschland bauen ihre Zusammenarbeit im Bereich der militärischen Abschreckung aus. In einer gemeinsamen Erklärung von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz verweisen beide Länder auf ihre enge Partnerschaft und begründen den Schritt mit einer veränderten Bedrohungslage.

Kern des Vorhabens ist die Einrichtung einer hochrangigen Nuklear‑Steuerungsgruppe. Sie soll als bilateraler Rahmen dienen, um verteidigungspolitische Fragen zu erörtern und strategische Maßnahmen zu koordinieren – einschließlich Konsultationen über die passende Mischung aus konventionellen Fähigkeiten, Raketenabwehr und französischen Nuklearfähigkeiten.

Für dieses Jahr kündigen Paris und Berlin konkrete Maßnahmen an. Dazu zählen eine konventionelle Beteiligung Deutschlands an französischen Nuklearübungen, gemeinsame Besuche strategischer Einrichtungen sowie die Weiterentwicklung konventioneller Fähigkeiten gemeinsam mit europäischen Partnern. Außerdem wollen beide Länder ihre Fähigkeit zum Eskalationsmanagement unterhalb der nuklearen Schwelle stärken – insbesondere bei Frühwarnung und Luftverteidigung.

In der Erklärung betonen Macron und Merz, die Zusammenarbeit solle die nukleare Abschreckung der NATO und die deutsche nukleare Teilhabeergänzen, nicht ersetzen.