Große Cannes-Momente für deutsche Stars und Filme
Sandra Hüller, Lars Eidinger und Jella Haase sind mit mehreren deutschen Produktionen bei den 79. Filmfestspielen vertreten.
Cannes (dpa) – Deutsche Filmschaffende sind bei den 79. Internationalen Filmfestspielen von Cannes in diesem Jahr stark vertreten. Mehrere Produktionen mit deutscher Beteiligung laufen im Wettbewerb um die Goldene Palme. Besonders Schauspielerin Sandra Hüller erhält für ihre Rolle im Drama „Vaterland“ viel Aufmerksamkeit von Kritikern.
In dem Drama des polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowski spielt Hüller Erika Mann, die Tochter des Schriftstellers Thomas Mann. Gemeinsam mit ihrem Vater reist sie 1949 durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland. Thomas Mann wird von Hanns Zischler verkörpert. Der Film verbindet politische Geschichte mit einer intimen Vater-Tochter-Erzählung über Exil, Verlust und Heimat.
„Vaterland“ gilt als früher Favorit im Wettbewerb um die Goldene Palme. Das Branchenmagazin „Variety“ sieht Sandra Hüller mit ihrer Darstellung bereits im Rennen um eine Oscar-Nominierung. Hüller sagte in Cannes, besonders herausfordernd seien Szenen über Trauer und Heimatverlust gewesen. Bereits 2023 hatte sie dort mit „Anatomie eines Falls“ und „The Zone of Interest“ ihren internationalen Durchbruch gefeiert.
Neben Hüller sind auch Volker Schlöndorff, Lars Eidinger, Jella Haase, August Diehl und Regisseurin Valeska Grisebach in Cannes vertreten. Mehrere Filme beschäftigen sich mit deutscher Geschichte und Identität. Schlöndorff, der 1979 für „Die Blechtrommel“ die Goldene Palme gewann, bezeichnete die Einladung nach Cannes einst als „Ritterschlag“. Weil große US-Studios dem Festival in diesem Jahr weitgehend fernbleiben, rückt das europäische Kino stärker in den Mittelpunkt.