Mario Draghi mit Karlspreis geehrt
Als EZB-Präsident versprach Mario Draghi einst, den Euro zu retten. Jetzt nahm er den Karlspreis in Empfang. Kanzler Merz sieht ihn als Vorbild in der aktuellen Krisenzeit.
Aachen (dpa) - Für Verdienste um die europäische Einigung ist der italienische Politiker und ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi im Aachener Rathaus mit dem Karlspreis ausgezeichnet worden. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte in seiner Festrede, Draghi habe den Euro in bedrohlicher Zeit stabilisiert. „Sie haben etwas riskiert, es hätte scheitern können.“ Aber es habe sich ausgezahlt. „Der Euro ist heute unangefochten.“ Der heute 78 Jahre alte Draghi hatte 2012 auf dem Höhepunkt der Euro-Krise gesagt, man werde tun, „whatever it takes“ (was immer nötig ist), um die gemeinsame Währung zu sichern.
Merz sagte, heute stehe Europa erneut und in ungekannter Weise unter Druck. Auch hier habe Draghi vor zwei Jahren mit dem nach ihm benannten Report zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit den richtigen Weg gewiesen.
In seiner Rede sprach sich Merz für eine „grundlegende Modernisierung“ des EU-Haushalts aus, um Europa als eigenständige Macht in einer Welt im Umbruch zu festigen. Er monierte, dass der Haushalt immer noch „geradezu planwirtschaftlich“ für sieben Jahre erstellt werde und über zwei Drittel des Geldes „in Umverteilung und Subventionen“ fließen würden. Merz will das Budget vor allem zur Stärkung der europäischen Souveränität in einer Welt nutzen, in der Großmachtpolitik von Staaten wie den USA, China und Russland eine bestimmende Rolle spiele.