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Merz wirbt für Neustart mit den USA – mit stärkerem Europa als Pfeiler

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wirbt Merz für einen transatlantischen Neustart. Rubio gibt sich versöhnlich, bleibt aber bei klaren Forderungen. 

14.02.2026
Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz. © dpa

München (d.de/dpa) - In seiner Grundsatzrede zur Eröffnung der Münchner Sicherheitskonferenz hat Bundeskanzler Friedrich Merz am Freitag einen Neustart der transatlantischen Beziehungen gefordert – mit einem klar stärkeren, eigenständigeren europäischen Pfeiler. Ziel sei eine Partnerschaft, die „handfest“ neu begründet werde. Merz betonte, dass beide Seiten auf die transatlantische Partnerschaft angewiesen seien, denn globale Aufgaben könne man nur gemeinsam lösen. „Im Zeitalter der Großmächte werden auch die USA auf dieses Vertrauen angewiesen sein. Selbst sie stoßen an die Grenzen der eigenen Macht, wenn sie etwa im Alleingang unterwegs sind.“ 

Besonders scharf zog Merz eine Linie bei Werten und Handel: „Der Kulturkampf der MAGA-Bewegung ist nicht unserer. Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz wendet. Wir glauben nicht an Zölle und Protektionismus, sondern an freien Handel. An Klimaabkommen und Weltgesundheitsorganisation halten wir fest.“ 

Am zweiten Konferenztag trat US-Außenminister Marco Rubio auf: deutlich freundlicher im Ton als US-Vizepräsident JD Vance im Vorjahr, aber mit klaren Forderungen. Europa seien „unsere geschätzten Verbündeten und ältesten Freunde“, sagte er – und verlangte zugleich eine „wiederbelebte Allianz“, die nicht am Status quo festhalte. Rubio nahm dabei bekannte US-Kritik auf, etwa zum Klimaschutz oder Migrationsdebatten, und pochte auf ein Europa, das stolz auf seine Geschichte ist, sich selbst verteidigen kann und nationale Interessen stärker gewichtet. Am Ende seiner Rede betonte er den Führungsanspruch Washingtons: Amerika sei wieder dabei, den Weg in ein neues Jahrhundert des Wohlstands zu führen und dies wolle man zusammen mit den Europäern tun.