Pflicht oder freiwillig? Das ist der neue Wehrdienst
Seit Januar 2026 gibt es in Deutschland den neuen Wehrdienst. Ein Überblick über Regeln und Abläufe.
Seit dem 1. Januar 2026 gelten in Deutschland Regelungen für den neuen Wehrdienst. Er soll die Bundeswehr stärken, ohne zu der bis 2011 geltenden allgemeinen Wehrpflicht zurückzukehren.
Warum wurde der neue Wehrdienst eingeführt?
Die sicherheitspolitische Lage in Europa hat sich verändert. Die Bundeswehr benötigt mehr Personal, insbesondere für den Heimatschutz und die Reserve. Ziel ist es, die Truppenstärke bis Mitte der 2030er-Jahre auf 460.000 zu erhöhen. Ende 2025 dienten etwa 184.000 Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr. Um die Verpflichtungen gegenüber der NATO zu erfüllen, wird eine Aufstockung auf rund 260.000 aktive Kräfte angestrebt. Hinzukommen sollen 200.000 Reservistinnen und Reservisten.
Dieses YouTube-Video kann in einem neuen Tab abgespielt werden
YouTube öffnenInhalte Dritter
Wir verwenden YouTube, um Inhalte einzubetten, die möglicherweise Daten über deine Aktivitäten erfassen. Bitte überprüfe die Details und akzeptiere den Dienst, um diesen Inhalt anzuzeigen.
Einverständniserklärung öffnenIst der neue Wehrdienst freiwillig?
Der Dienst in der Bundeswehr ist freiwillig. Niemand wird zum Wehrdienst eingezogen. Verpflichtend ist jedoch die Wehrerfassung für Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008. Sie müssen einen Online-Fragebogen ausfüllen und an einer medizinischen Musterung teilnehmen. Frauen und Personen anderen Geschlechts können freiwillig am Verfahren teilnehmen, sind dazu aber nicht verpflichtet.
Bestehen die Bewerberinnen und Bewerber die Tests, können sie angeben, wo und in welchem Bereich sie gegebenenfalls dienen möchten – etwa wohnortnah, im Sanitätsdienst, in technischen Bereichen oder in der kämpfenden Truppe. Die Bundeswehr versucht, diese Wünsche zu berücksichtigen.
Wie lange dauert der neue Wehrdienst?
Der Wehrdienst dauert mindestens sechs Monate. Diese Zeit ist notwendig, um eine vollständige militärische Grundausbildung sicherzustellen. Bis zu elf Monate können Wehrdienstleistende als Freiwillig Wehrdienstleistende (FWDL) dienen. Wer sich für zwölf Monate oder länger verpflichtet, ist Soldatin oder Soldat auf Zeit und erhält einen höheren Sold.