Event: Hamburg rockt London

Kann eine ganze Stadt auf Tournee gehen? Hamburg schon! „Hamburg on Tour“ begeisterte London mit einem außergewöhnlichen Festival.

Die HipHop-Academy der Hansestadt bei „Hamburg on Tour“.
Die HipHop-Academy der Hansestadt bei „Hamburg on Tour“. Hamburg Convention Bureau GmbH/Timo Sommer

Björn Meyburg und sein Team organisieren das Pop-Up-Festival „Hamburg on Tour“: Die Show soll Hamburgs Kultur in der Welt bekannt machen und war im Herbst bereits zum fünften Mal zu sehen – in einem Szeneviertel der britischen Hauptstadt London. Im „Boiler House“ in der Brick Lane ging es dabei vor allem um Musik und Kunst aus der Hansestadt. Im Interview erzählt Meyburg von seiner Arbeit zwischen Stadtmarketing und kulturellem Austausch.

Herr Meyburg, wie viele Besucher hatten Sie in London?
Wir wurden geradezu überrannt von über 17.000 Besuchern. Das waren wesentlich mehr als wir erwartet hatten, im Jahr davor waren es 11.000.

Der Macher des Events: Björn Meyburg.
Der Macher des Events: Björn Meyburg. Hamburg Convention Bureau GmbH

In welchen Städten waren Sie schon mit „Hamburg on Tour“?
Wir haben in Wien angefangen, dann ging es nach Kopenhagen, nach Göteborg und zweimal nach London. Mit der Zeit wurde die Show auch immer größer und um andere Zielgruppen erweitert: Zum Beispiel machen wir mehr Veranstaltungen im B2B-Bereich.

London hat selbst eine starke Kulturszene. Wie wurde Ihr Event dort aufgenommen?
Die Konkurrenz im Londoner East End ist natürlich sehr groß. Da gibt es quasi alle 50 Meter Events. Deshalb haben wir versucht, Formate zu finden, mit denen wir dort herausstechen. Wir haben in diesem Jahr zum Beispiel viel auf die Straße gebracht und nicht nur indoor veranstaltet. Wir wurden aber nicht als Konkurrenz wahrgenommen, sondern sind in London mit offenen Armen empfangen worden.

Auf Ihren Events spielen Hamburger Bands, aber auch andere Künstler bekommen eine Bühne. Verstehen Sie sich als Kulturförderer?
Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz und wollen in erster Linie die Stadt Hamburg in der Welt bekannt machen. Dazu müssen wir die Einwohner in den Städten erreichen, in denen wir mit dem Event zu Gast sind. Das klappt besonders gut, wenn wir Emotionen wecken. Und dazu ist Kultur sehr gut geeignet, nicht nur Musik, sondern auch bildende Kunst.

Wie wählen Sie Bands und Künstler aus?
Wir kooperieren zum Beispiel mit Hamburger Festivals, also dem Reeperbahn-Festival oder dem Dockville-Festival, aber auch mit der Millerntor Gallery, einem jährlichen Kunstfestival. Dieser Austausch prägt die Auswahl der Künstler. Wir wollen auch die Subkultur im Schanzenviertel und auf dem Hamburger Kiez repräsentieren und ein authentisches Bild von Hamburg zeichnen.
 
Und wohin geht es beim nächsten Mal?
Noch ist das nicht ganz klar. Vielleicht veranstalten wir „Hamburg on Tour“ zum ersten Mal außerhalb Europas. Aktuell steht Tel Aviv im Raum. Wir prüfen das gerade auf Machbarkeit.

Wird Musik wieder das Leitthema sein?
Die Musik stand nun in London schon zum zweiten Mal im Vordergrund. Wenn es Tel Aviv wird, kann ich mir vorstellen, dass wir uns auf die Startup-Szene und damit auf die Wirtschaft konzentrieren.

Interview: Sebastian Grundke

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