Das gemeinsame Architekturerbe ausbauen

Deutsche und israelische Studierende und Auszubildende bauen den „Israeli-German-Pavilion“.

„Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück!“, forderte Walter Gropius 1919 in seinem Bauhaus-Manifest: Planung und Praxis müssten eng miteinander verbunden sein. In dieser Tradition ist im Rahmen des Jubiläumsjahres Deutschland-Israel der neue deutsch-israelische Pavillon auf dem Campus der Universität Tel Aviv entstanden: als Gemeinschaftswerk von Architektur- und Ingenieurstudierenden, Auszubildenden und jungen Handwerkern aus beiden Ländern. „Alle haben gemeinsam entworfen, geplant und gebaut“, sagt der Architekt Robert K. Huber vom Projektbüro „zukunftsgeräusche“, das die Idee entwickelt und das Projekt koordiniert hat. Beteiligt waren unter anderem die Universität Tel Aviv, das Tel Hai Rodman Practical College of Technology, die Technische Universität Berlin und ein Berliner Oberstufenzentrum. Die rund 30 jungen Leute planten das Gebäude im Juni auf einem Workshop in Berlin, um dann im September und Oktober auf der Baustelle in Tel Aviv zu arbeiten.

Der Pavillon, den die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und das Auswärtige Amt finanziert haben, kombiniert schräge Wände mit einem orientalisch anmutenden Holzgitterwerk. Die Universität will ihn künftig für Ausstellungen und Seminare nutzen. Der Pavillon aus nachhaltigen Materialien war das erste Bauvorhaben des deutsch-israelischen Berufsbildungs-Projekts Nachhaltiges Bauen / Israeli German Sustainable Building Education (IGSBE), das auch ein Beitrag zum „Netzwerk Weiße Stadt“ zwischen Israel und Deutschland ist. In der nächsten Phase wollen Studierende und Auszubildende ein Gebäude der Weißen Stadt sanieren und innen umbauen. Das IGSBE ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Ziel ist, diesen Austausch zum nachhaltigen Bauen und zur Berufs- und Hochschulbildung weiter fortzusetzen – auch mit Blick auf das Bauhaus-Jubiläum im Jahr 2019. Dazu passt auch gut, dass Bundesbauministerin Barbara Hendricks und der Oberbürgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai, Anfang November eine Vereinbarung zur Fortführung der deutsch-israelischen Zusammenarbeit für den Erhalt der Weißen Stadt in Tel Aviv unterzeichneten. Mit der langfristigen Finanzierung des Bundesbauministeriums von insgesamt 2,5 Millionen Euro bis 2025 können viele Projekte für die nachhaltige Entwicklung der Weißen Stadt geleistet werden.


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