Können Klimagipfel die Welt verändern?
Vom Kyoto-Protokoll über das Pariser Abkommen bis zum Fonds für Klimaschäden: Die Meilensteine der UN-Klimakonferenzen und die Rolle Deutschlands.
1995: Start des ersten Klimagipfels in Berlin
Die erste COP fand 1995 in Berlin statt. Dort beschlossen die Staaten das Berliner Mandat: Sie beauftragten eine Arbeitsgruppe, bis 1997 ein stärkeres internationales Klimaschutzinstrument auszuhandeln.
1997/2005: Das Kyoto-Protokoll als erster völkerrechtlich verbindlicher Klimaschutzvertrag
Das Kyoto-Protokoll wurde 1997 auf der COP3 in Japan verabschiedet und trat 2005 in Kraft. Industrieländer verpflichteten sich erstmals rechtlich verbindlich, ihre Emissionen zwischen 2008 und 2012 um fünf Prozent gegenüber 1990 zu senken.
Deutschland verpflichtete sich im Rahmen der EU-Lastenteilung zu einer Minderung um 21 Prozent – und schaffte sogar 23,6 Prozent.
2015: Mit dem Pariser Klimaabkommen wird Klimaschutz zur Aufgabe aller
195 Vertragsparteien verabschiedeten auf der COP21 das Pariser Klimaabkommen. Ziel ist es, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen und möglichst auf 1,5 Grad zu beschränken, jeweils gegenüber dem vorindustriellen Niveau.
Die EU hat sich rechtlich verbindlich zur Klimaneutralität bis 2050 verpflichtet. Deutschland geht weiter: Es möchte die Treibhausgasneutralität 2045 erreichen.
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Einverständniserklärung öffnen2022/2023: Einrichtung eines Fonds für Klimafolgeschäden
Auf der COP27 in Ägypten beschlossen die Vertragsparteien 2022, einen Fonds für „Loss and Damage“ einzurichten. Er soll Entwicklungsländer unterstützen, die besonders unter Klimaschäden und -verlusten leiden.
Deutschland sagte auf der COP28 in Dubai gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten je 100 Millionen US-Dollar zu. Insgesamt sagten die teilnehmenden Staaten bei der COP28 rund 700 Millionen US-Dollar zu.
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Einverständniserklärung öffnen2023: Staaten einigen sich auf den Ausstieg aus der fossilen Energie
Auf der COP28 schlossen die Staaten die erste globale Bestandsaufnahme des Pariser Abkommens ab. Erstmals einigten sie sich darauf, den Übergang weg von fossilen Brennstoffen gerecht, geordnet und zügig voranzubringen. Außerdem soll die weltweite Kapazität erneuerbarer Energien bis 2030 verdreifacht werden.
Deutschland hatte den Kohleausstieg bereits drei Jahre zuvor gesetzlich festgeschrieben: Das 2020 in Kraft getretene Kohleausstiegsgesetz sieht vor, dass spätestens Ende 2038 das letzte Kohlekraftwerk vom Netz geht. Bis 2030 sollen erneuerbare Energien 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs decken.
2026: Die Verhandlungen gehen auf der COP31 in Antalya weiter
Vom 9. bis 20. November 2026 kommen Delegationen aus aller Welt im türkischen Antalya zur COP31 zusammen. Die Türkei ist Gastgeber und hat die Präsidentschaft der COP, Australien übernimmt den Vorsitz der Verhandlungen. Im Fokus stehen vor allem die Klimafinanzierung für kleine Inselstaaten und die Pacific Resilience Facility, der erste von pazifischen Inselstaaten selbst verwaltete Finanzierungsfonds zur Bewältigung von Klimafolgen.