Direkter Draht zu den Bürgern

Daniel Zimmermann wurde mit 27 Jahren einer der jüngsten Bürgermeister Deutschlands. Hier erzählt er von seinen Aufgaben als Chef einer Stadt.

Daniel Zimmermann (l.) ist Bürgermeister von Monheim am Rhein
Daniel Zimmermann (l.) ist Bürgermeister von Monheim am Rhein Stadt Monheim am Rhein

Wie stellen Sie sich Ihre Stadt in zehn Jahren vor? Wie wollen Sie dann leben? Das sind Fragen, die ich den Bürgern von Monheim am Rhein gerne stelle. Als Bürgermeister will ich in engem Kontakt mit den Menschen stehen.

Ursprünglich wollte ich Lehrer werden. Als ich für das Bürgermeisteramt kandidierte, hatte ich mein Lehramtsstudium bereits abgeschlossen. Aber unsere Partei PETO, die ich mit 16 Jahren mit Mitschülern gegründet hatte, wurde erstaunlich rasch erfolgreich. Wir schafften es auf Anhieb in den Stadtrat. 2009 gewann ich die Bürgermeisterwahl. Damals war ich mit 27 Jahren der jüngste Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen.

Angetrieben hat mich nicht die Aussicht auf eine politische Karriere, sondern große Lust, Monheim weiterzuentwickeln. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, in dieser Position richtig zu sein.

Ein Bürgermeister muss auch Visionär sein

Daniel Zimmermann, Bürgermeister von Monheim am Rhein

In das breite Spektrum an Aufgaben bin ich Stück für Stück hineingewachsen. Ein Bürgermeister muss auch Visionär sein und Themen langfristig entwickeln. Wichtig sind mir Integration und Inklusion, Bildung und Wirtschaftsförderung, aber auch neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Tourismus zu fördern sind zentrale Punkte.

Eine normale Arbeitswoche hat bei mir 60 bis 70 Stunden. Los geht es um neun Uhr morgens: Besprechungen mit der Stadtverwaltung und Investoren, Treffen in Schulen und Kindertagesstätten. Nachmittags folgen Repräsentationsaufgaben. Die politischen Termine stehen erst abends auf der Agenda. Am Wochenende nehme ich oft an den Festen der Vereine teil. Aber ich habe auch gelernt, mir Zeit frei zu halten. Zwei stellvertretende Bürgermeister nehmen mir einen Teil der Arbeit ab. Nach neun Jahren bin ich noch immer glücklich in diesem Amt.

Welche Aufgaben hat ein Bürgermeister?
Jede Kommune in Deutschland hat ein Oberhaupt: einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin beziehungsweise in großen Städten einen Oberbürgermeister. In den meisten Bundesländern wählen die Bürgerinnen und Bürger die Kandidaten direkt ins Amt. Bürgermeister sind Vorsitzende des Stadtrats, Chefs der Verwaltung und verantworten die Umsetzung der Beschlüsse des Gemeinderats.

Wie alt muss man sein, um Bürgermeister zu werden?
In den Bundesländern gelten unterschiedliche Regelungen. Oft müssen Kandidaten mindestens 25 und dürfen höchstens 65 Jahre alt sein. In Berlin kann man aber schon mit 21 Jahren Regierender Bürgermeister werden.

Wie lange ist die Amtszeit eines Bürgermeisters?
Je nach Bundesland zwischen sechs und acht Jahren.

Protokoll: Nicole Sagener

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