„Man muss im Gespräch bleiben“

Gesichter des deutsch-russischen Austausches: Ivan Kupper, Student

privat - Ivan Kupper

Als Ivan Kupper mit seinen Eltern aus dem russischen Orenburg nach Deutschland zog, war er 14 Jahre alt und sprach kein Wort Deutsch. Mittlerweile studiert der 25-Jährige Jura in Frankfurt am Main, engagiert sich ehrenamtlich für Flüchtlinge und Migranten in Deutschland und nahm im November 2016 als deutscher Teilnehmer am 12. Deutsch-Russischen Jugendparlament in Berlin teil. Ausschlaggebend für seine Bewerbung war nach Ivans Worten, dass das Parlament sich mit dem Thema Migration beschäftigte: „Das Thema ist unzertrennlich mit meinem Leben verbunden. Ich wollte die Erfahrung, die ich habe, teilen.“ Ivan selbst fühlte sich bei seiner Ankunft in Deutschland gut aufgenommen von den Mitschülern und lernte schnell Deutsch. Er weiß aber auch, dass es für andere schwieriger ist: „Denen möchte ich helfen.“

Arbeit am Konsens

Helfen konnte Ivan auch beim Jugendparlament: Er vermittelte zwischen der Sicht der deutschen Teilnehmer auf die Flüchtlingsfrage und der eher skeptischen Sichtweise der russischen Teilnehmer. „Ich konnte die deutsche Seite vollkommen verstehen, aber auch die russische Perspektive war mir nicht fremd.“ In der „großen Politik“ sieht Ivan noch viele Herausforderungen für Deutschland und Russland. „Man muss auf jeden Fall im Gespräch bleiben. Dann ist es auch möglich, zu einem Konsens zu kommen.“ Ivan will den deutsch-russischen Austausch auch persönlich fortsetzen und hat sich bereits für die nächste Austauschbegegnung beworben, bei der im ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück schwierige historische Fragen aufgearbeitet werden.

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