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„Versöhnende Worte“

Außenminister Sigmar Gabriel wendet sich mit einem Offenen Brief an die türkischen Mitbürger.

24.07.2017
Sigmar Gabriel
© dpa

Angesichts der aktuellen Krise in den deutsch-türkischen Beziehungen hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel ein Zeichen gesetzt und sich mit einem Offenen Brief an die rund 3 Millionen in Deutschland lebenden Menschen türkischer Herkunft gewandt. Auch „im Namen der gesamten Bundesregierung“ betont Gabriel in dem Gastbeitrag für die auflagenstärkste deutsche Tageszeitung „Bild“: „Gleich­gül­tig wie schwie­rig die po­li­ti­schen Be­zie­hun­gen zwi­schen Deutsch­land und der Tür­kei sind, bleibt für uns klar: Sie, die tür­kisch­stäm­mi­gen Men­schen in Deutsch­land, ge­hö­ren zu uns – ob mit oder ohne deut­schen Pass.“

Wir wis­sen, dass ein gutes Ver­hält­nis zwi­schen Deutsch­land und der Tür­kei für Sie wich­tig ist.
Sigmar Gabriel in seinem Offenen Brief an die türkischen Mitbürger

Am 20. Juli hatte der Bundesaußenminister in einem Pressestatement eine Neuausrichtung der Politik Deutschlands gegenüber der Türkei angekündigt. Vorausgegangen war die Festnahme des deutschen Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner in der Türkei; ihm wird die Unterstützung von Terrorismus zur Last gelegt. Dieser Vorwurf sei jedoch „offensichtlich unsubstantiiert“, so der Außenminister, der in seinem Statement auch die Untersuchungshaft für die ebenfalls in der Türkei festgenommenen deutschen-türkischen Journalisten Meşale Tolu und Deniz Yücel kritisierte.

In seinem Offenen Brief hebt Gabriel hervor, dass „unbescholtene deutsche Staatsbürger ins Gefängnis gesteckt“ würden. „Als deutsche Bundesregierung können wir nicht tatenlos zusehen. Wir müssen unsere Staatsbürger schützen.“ Die Zusammenarbeit mit der türkischen Politik müsse überprüft werden.  Doch Gabriel betont auch: „Nichts davon rich­tet sich gegen die Men­schen in der Tür­kei und un­se­re Mit­bür­ger mit tür­ki­schen Wur­zeln in Deutsch­land.“

Die Türkische Gemeinde in Deutschland begrüßt „die versöhnenden Worte des Außenministers“, so der Bundesvorsitzende Gökay Sofuoğlu gegenüber der Zeitung „Welt am Sonntag“: „In der jetzigen Situation ist es richtig, Dialogbereitschaft zu zeigen. Es ist ein positives Signal an die türkische Community.“

Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, im Interview mit deutschland.de

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