„Nicht wegducken“

Heiko Maas ist der neue deutsche Außenminister. Der SPD-Politiker betont Deutschlands wachsende Verantwortung in der Welt.

Außenminister: Heiko Maas tritt sein neues Amt an
dpa

Deutschland. Der neue deutsche Außenminister Heiko Maas hat in seiner Antrittsrede die wachsende Verantwortung Deutschlands in der Welt betont. Zwar brauche niemand eine deutsche Außenpolitik, die sich selbst überschätzt, sagte der SPD-Politiker bei der Amtsübergabe im Auswärtigen Amt. „Aber ebenso falsch, und in dieser Weltlage womöglich noch gefährlicher, ist eine Außenpolitik, die sich wegduckt.“

Die offene Gesellschaft ist die beste Basis für Frieden, Menschenrechte, Wohlstand und Entwicklung.

Heiko Maas, deutscher Außenminister

Es gebe „einen Riss zwischen denen, die für Weltoffenheit eintreten, und denen, die zurück zu Abschottung und Nationalismus wollen“. Dieser Riss werde auch die deutsche Außenpolitik der nächsten Jahre prägen. Dabei sei klar: „Die offene Gesellschaft ist noch immer die beste Basis für Frieden, Menschenrechte, Wohlstand und Entwicklung.“ Und dafür dürfe man die Auseinandersetzung auch dann nicht scheuen, wenn diese Grundwerte innerhalb der Europäischen Union in Frage gestellt würden.

Maas stellte in seiner Antrittsrede am 14. März 2018 auch die deutsche Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat ab Januar 2019 für zwei Jahre heraus. Die Verantwortung für Sicherheitspolitik sei eine Kernaufgabe der Außenpolitik, sagte er.

Die Bewerbung war erfolgreich: Am 8. Juni hat die UN-Vollversammlung Deutschland als nicht-ständiges Mitglied in den Sicherheitsrat gewählt. Deutschland hat nun einen der zehn Sitze im Sicherheitsrat, die nur vorübergehend besetzt werden. Fünf Vetomächte sind ständig in dem wichtigsten UN-Gremium vertreten: USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich.

Heiko Maas wurde 1966 in Saarlouis geboren. Er studierte Jura, wurde später Staatssekretär und dann Hausherr im saarländischen Umweltministerium. Von 2012 bis 2013 war er Wirtschaftsminister des Bundeslandes, bevor er nach Berlin wechselte. Von 2013 bis 2018 gehörte er der jüngsten Bundesregierung als Justizminister an.

Mit Maas tritt der siebte deutsche Außenminister seit der Wiedervereinigung die Leitung des Auswärtigen Amts an. Er übernimmt die Aufgabe von Sigmar Gabriel.

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