Windkraft und andere Stärken

Wie Erneuerbare den künftigen Energiemix der Türkei prägen können: fünf Fakten zum deutsch-türkischen Austausch zur Energiewende.

Windpark am Marmara-Meer
Windpark am Marmara-Meer dpa

Der deutsche Thinktank Agora Energiewende unterstützt die Türkei bei der Entwicklung ihres künftigen Energiesystems – mit aktuellen Studien und einem weitreichenden Austausch.

Warum ist die Türkei ein interessanter Partner beim Dialog über die Energiewende?

„Das Elektrizitätssystem der Türkei zählt zu den am schnellsten wachsenden weltweit“, stellt Agora Energiewende fest: Allein zwischen 2002 und 2015 verdoppelte sich der Stromverbrauch des Landes von 133 auf mehr als 260 Terrawattstunden. Zudem hat der türkische Staat den Strommarkt liberalisiert, Investitionen in das Stromsystem angereizt und dadurch dessen Effizienz erhöht. Der Berliner Thinktank Agora Energiewende unterstützt die Türkei bei der Konzeption ihres künftigen Energiesystems und zeigt kostengünstige Wege für die Integration Erneuerbarer Energien auf.

Wie wird der Austausch zur Energiewende in der Türkei vorangetrieben?

Gemeinsam mit der European Climate Foundation (ECF) und dem Istanbul Policy Center der Sabancı-Universität hat Agora Energiewende das SHURA Energy Transition Center gegründet. Das Zentrum nimmt regelmäßig an internationalen Austauschformaten teil, im Oktober 2019 zum Beispiel am zehnten „International Forum on Energy for Sustainable Development“ der Vereinten Nationen in Bangkok. Zudem behandeln SHURA-Publikationen vielfältige Themen, wie die Energieeffizienz von Gebäuden oder die großflächige Integration von Solar- und Windkraft ins türkische Energiesystem.

Welche Fortschritte macht die Türkei bei der Nutzung Erneuerbarer Energien?

In den Jahren 2016, 2017 und 2018 ist der Anteil der Erneuerbaren am Energiemix der Türkei stärker gestiegen als jede andere Energiequelle. 2017 war die Türkei mit diesem Wachstum sogar Spitzenreiter in Europa und im Nahen Osten. „Solarenergie ist dabei führend“, sagt Deǧer Saygın, Direktor von SHURA. Allein zwischen 2014 und 2018 steigerte die Türkei den Anteil der Solarenergie von 93 Megawatt auf 5,7 Gigawatt.

Was spricht für die weitere Stärkung der Erneuerbaren Energien in der Türkei?

Wind und Sonnenschein sind in der Türkei reichlich vorhanden, zudem stehen große Landflächen zur Verfügung. Die Bedingungen für Wind- und Solarkraftwerke sind daher hervorragend. Eine SHURA-Studie zeigt zudem, dass die Türkei ihren Anteil von Wind- und Solarkraft am Energiemix bis 2026 mindestens auf 20 Prozent steigern kann, ohne außerplanmäßig in die Netzinfrastruktur zu investieren.

Welche Empfehlungen von anderen Ländern können auch für die Türkei interessant sein?

Eine gemeinsame Studie von SHURA und Agora Energiewende analysiert zehn weitere Länder im Vergleich mit der Türkei. Demnach können Dänemark und Deutschland die stabilste Einbettung von Solar- und Windkraft ins Energienetz vorweisen. Zwar seien weltweit Erfolge und Rückschläge bei der Energiewende zu beobachten, so die Studie, zugleich sei belegt, dass Solar- und Windkraft zu einem „saubereren, effizienteren und verlässlicheren“ Energiesystem beitragen. Künftige Erfolgsfaktoren für die Türkei seien die Stärkung der Erneuerbaren Energien an bestehenden Netzknotenpunkten – und die Speicherung über Batterietechnologie und Pumpspeicherkraftwerke.

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