Motor für die Landwirtschaft

Studium, Technik, politischer Dialog: drei herausragende Beispiele für den deutsch-russischen Austausch in der Landwirtschaft.

Ministerpräsident Medwedew beim Besuch des Claas-Werks in Krasnodar
Ministerpräsident Medwedew beim Besuch des Claas-Werks in Krasnodar dpa

Wie facettenreich die deutsch-russischen Beziehungen in der Landwirtschaft sind, zeigt sich in der Politik ebenso wie in der Wirtschaft. Und im Bereich Bildung und Wissenschaft ist ein Studiengang aus Deutschland in Russland besonders gefragt.

Internationaler Masterstudiengang Agrarmanagement

101 Einwohner zählt Triesdorf im ländlichen Mittelfranken, zugleich ist Deutschlands kleinster Hochschulort international bestens vernetzt. Zum Beispiel durch den Internationalen Masterstudiengang Agrarmanagement (IMA), für den die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf mit über 30 ausländischen Hochschulen zusammenarbeitet. An zwölf dieser Partnerhochschulen in Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Russland und der Ukraine wurde der IMA-Studiengang bereits erfolgreich akkreditiert, allein in Russland bieten ihn vier Universitäten an: in Belgorod, Nischni Nowgorod, Saratow und Woronesch. Das Besondere an dem Studiengang: Er legt außerordentlich viel Wert auf die Verbindung von Theorie und Praxis und vermittelt Fachinhalte länderübergreifend, mit zahlreichen Fallbeispielen und internationalen Organisations- und Kostenvergleichen.

 

Innovative Landwirtschaftstechnik

Ein Zehntel des russischen Getreides wird schon heute von Mähdreschern der Marke Claas eingebracht. Das ist ein Ergebnis des langfristigen Engagements des deutschen Unternehmens in Russland: Seit 2005 stellt Claas in Krasnodar Traktoren und Mähdrescher her und hat über 120 Millionen Euro in den Ausbau der Fabrik investiert – so viel wie noch nie an einem Standort außerhalb Deutschlands. Bei der Produktion seiner Maschinen setzt Claas auf Komfort und Innovation: Die Kabinen der Mähdrescher und Traktoren sind klimatisiert, staubdicht und mit Bordcomputern ausgestattet. So treiben sie auch die Digitalisierung der Landwirtschaft voran und können zum Beispiel über Satellit andere Maschinen informieren, wo das Feld stärker gedüngt werden muss.

Agrarpolitischer Dialog

Im Juli 2019 feierte der Deutsch-Russische Agrarpolitische Dialog sein 25-hähriges Bestehen. Der junge Deutsche Stefan Dürr initiierte den Dialog 1994, fünf Jahre zuvor war er einer der beiden ersten westdeutschen Praktikanten im Agrarsektor der Sowjetunion gewesen. Noch heute engagiert sich Stefan Dürr für den Dialog und leitet zugleich die Ekoniva Gruppe, eines der größten russischen Agrarunternehmen. Der Deutsch-Russische Agrarpolitische Dialog wird von Anfang an vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert und setzt sich mit Büros in Moskau und Berlin für zahlreiche Themen ein: von der Förderung von Klimamaßnahmen über die Verbesserung des Landlebens bis zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen der russischen Agrarwirtschaft.

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