Plastik? Nein danke!

Auf Plastik zu verzichten, ist einfacher als viele denken. Das hat mein vierwöchiger Selbstversuch gezeigt.

Martin Franke versucht, Plastikmüll zu vermeiden.
Martin Franke versucht, Plastikmüll zu vermeiden. Martin Franke

Kann man ohne Plastik leben? Um es vorweg zu nehmen: Nein, nicht ganz. In Autos, Flugzeugen oder Technik steckt jede Menge Kunststoff. Das Material macht Produkte leicht, günstig und belastbar. Es birgt aber auch enorme Nachteile – von der sichtbaren Verschmutzung der Umwelt bis hin zur unsichtbaren durch Mikroplastik, das über verschiedene Wege wieder auf unserem Teller landet. Bei meinem Selbstversuch, vier Wochen auf Plastik zu verzichten, ging es nur um kurzlebigen Kunststoff, den man einfacher vermeiden kann, als viele denken.

Tipps für den Einkauf ohne Plastik

Coffee-to-Go-Becher nutzte ich nicht mehr, in Bars bestelle ich meine Getränke ohne Strohhalme, mein Brot kaufe ich beim Bäcker. Joghurt und Milch bekomme ich sogar im Supermarkt im Glas, wenngleich dort sonst überall kleine Plastikfallen lauern, zum Beispiel das Plastikfenster in der Nudelverpackung aus Pappe. Von Frischkäse bis zum Lachs sind die meisten Lebensmittel in Plastik eingehüllt und nicht immer als plastikfreie Alternative erhältlich. Plastikfasten bedeutet deshalb auch Verzichten.

Nudeln, Reis und Müsli kaufe ich in Unverpackt-Läden. Auch Gemüse und Obst gibt es ohne Verpackung. Im Bad ersetzt nun eine Haarseife das Shampoo aus der Plastikflasche, zum Rasieren benutze ich einen Rasierhobel. Meine Zahnbürste ist aus Bambus, die Zahnpasta kommt aus dem Glas.

Den eigenen Konsum hinterfragen

Wer ohne Plastik leben will, das habe ich gelernt, kann das ohne großen Aufwand umsetzen. Das Ziel muss nicht sein, komplett darauf zu verzichten. Kleine Schritte sind schon viel wert. Es ist aufwändiger und manchmal teurer, fühlt sich aber auch gut an und führt dazu, den eigenen Konsum zu hinterfragen: Brauche ich das wirklich? In den meisten Fällen kann ich auch nach vier Wochen Selbstversuch noch sagen: Plastik, nein danke!

Martin Franke
Martin Franke, geboren 1989, arbeitet als Redakteur für FAZ.NET, die Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Im Rahmen seiner Reportagen über Plastikmüll hat er versucht, vier Wochen auf Plastik zu verzichten.

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