Berlin, Stadt der Brillenmanufakturen

Berlin zieht Kreative, Entwickler und Start-up-Gründer an wie keine andere deutsche Stadt. Aus einem Dornröschenschlaf erwacht hier gerade die Branche der Brillenmode.

Sharon De Winter - Eyewear

Brillenschlange? Hipster! Lange waren Brillen kein sonderlich beliebtes Accessoire. Doch diese Zeiten sind seit längerem vorbei. Vielen Brillenträgern reicht dabei nicht mehr nur das einfache Modell vom Optiker um die Ecke. Lieber setzen sie sich handgefertigte Designerstücke von Brillenmanufakturen wie Mykita, IC! berlin, Kuboraum oder Lunettes Selection auf die Nase. Gerade Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zur Hauptstadt der Brillenmanufakturen entwickelt. 

Ohne Schrauben oder ganz aus Blech

Die Modelle des Labels IC! berlin werden mitten in Berlin handgefertigt – und zwar komplett aus Blech. Der erste Rahmen, der 1996 vom Label entwickelt wurde, wog gerade einmal 20 Gramm und war aus dünnem Blech gestanzt. Anfangs belächelt, verkaufte sich das Modell erstaunlich gut und setzte einen Trend. 

2003 haben die ehemaligen Gründer von IC! berlin ein neues Label gegründet und ihr Patent mitgenommen. Mykita gilt heute als berühmteste Berliner Brillenmanufaktur und ist mit einem Umsatz von 30 Millionen Euro im Jahr 2015 das größte Berliner Brillenunternehmen. Die Macher entwerfen sportliche Modelle, Sonnen- und Korrekturbrillen, die sogar von Prominenten wie Lady Gaga, Elton John und Daniel Craig getragen werden. Die Rahmen sind aus Edelstahl, Acetat oder Mylon gefertigt. Mit 3-D-Druckern bekommen die Modelle die richtige Form.

Neue Berliner Marken

Neu entstanden ist auch die Marke Lunettes Kollektion der Designerin Uta Geyer. Zusammen mit einem belgischen Designer hat sie kürzlich eine Sonnenbrille entwickelt, bei der die Gläser von bunten Gummibändern festgehalten werden. Ganz einfach können Gläser und Bänder ausgetauscht werden – schon hat man quasi ein neues Modell auf der Nase.

Für internationales Aufsehen sorgt gerade das Berliner Brillenlabel Kuboraum. Die Spezialität der Macher: Die Rahmen bestehen aus Acetat, das in Handarbeit angeschmort und angeflammt wird. Das Design überzeugte sogar den amerikanischen Basketballstar LeBron James.

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