Ausgezeichnet: Die Kraft der Sterne
Der Deutsche Gründerpreis und Platz 3 beim „Innovation Index“ zeigen, wie innovationsstark Deutschland ist. Es gibt mehr Startups denn je – und manche heben ab.
Gute Ideen machen offenbar gute Laune. Jedenfalls sorgte die Verleihung des Deutschen Gründerpreises 2026 an das Startup Proxima Fusion aus München für reichlich Stimmung. Das Unternehmen entwickelt neuartige Fusionskraftwerke, um die Energie der Sterne auf der Erde nutzbar zu machen. Die Hoffnung dahinter: eine CO₂-freie und grundlastfähige Energiequelle in den nächsten Jahren.
Die Menschen hinter der Technik
Beim Gründerpreis geht es nicht nur um Technik und Geschäftsmodelle, sondern auch um die Menschen dahinter. Francesco Sciortino, Mitgründer und CEO von Proxima Fusion, erklärte bei der Preisverleihung den Erfolg seines Unternehmens so: „Weil wir die richtigen Menschen in einer guten Struktur und mit Commitment für die richtige Sache zusammengebracht haben.“ Gründerinnen und Gründer müssen bereit sein, aus einer Vision ein Unternehmen zu machen und dabei erhebliche Risiken einzugehen.
Wie breit das Spektrum der deutschen Startup-Szene ist, zeigen auch die anderen Finalisten. AdaptX Systems aus Berlin will die Metallbearbeitung sauberer und effizienter machen: Statt Werkzeuge mit großen Mengen Kühlschmierstoff zu besprühen, kühlt das Unternehmen sie direkt am Kontaktpunkt. Ebenfalls aus Berlin kommt Flybaby. Die Schwestern Elisabeth und Gesine Hillmann fertigen Babytragen nahezu nahtlos mit 3D-Strickmaschinen – mit wenig Materialabfall; verkauft wird bereits in mehr als einem Dutzend Ländern. DeepDrive aus Garching entwickelt besonders effiziente Elektromotoren, die mit weniger Magnetmaterial und Eisen auskommen und Elektroautos günstiger und reichweitenstärker machen sollen. mtex antenna technology aus Wiesbaden baut hochpräzise Antennen und Radioteleskope für Wissenschaft, Raumfahrt und Kommunikation. Pixel Photonics aus Münster wiederum entwickelt Detektoren, die einzelne Lichtteilchen erfassen – eine Schlüsseltechnologie für Quantencomputer, sichere Kommunikation und neue Diagnoseverfahren.
Spektakuläre Entwicklungen
Der Pioniergeist lohnt sich, denn viele Startups starten mit ihren spektakulären Innovationen voll durch: Anfang September hat das deutsche Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace erstmals seine Spectrum-Rakete erfolgreich in den Orbit gebracht. Sie könnte künftig regelmäßig Satelliten von Norwegen aus in den Weltraum bringen – und würde Europa unabhängiger von den USA machen. Das deutsche Startup Ground A stellte kürzlich laserbasierte Systeme zur Drohnenabwehr vor. Und Hoffnungsträger wie Parloa, Helsing und Quantum Systems haben in Finanzierungsrunden Milliardensummen eingesammelt.
36 deutsche Einhörner
Zehn deutsche Startups haben 2026 bislang den Sprung in den erlesenen Kreis der „Einhörner“ geschafft – also junger Unternehmen, die mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet werden: osapiens, Stark, Dash0, CMBLU, Focused Energy, Neura Robotics, Finn Tech, Augustus, Moss und Gründerpreisträger Proxima Fusion. Deutschland kommt damit derzeit auf 36 Unicorns. Da ist sicherlich noch Luft nach oben, zu oft scheitern gute Ideen an der mangelnden Risikobereitschaft von Investoren.
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Einverständniserklärung öffnenDeutschland zählt zu den innovativsten Weltregionen
Dabei ist das Potenzial zweifellos vorhanden, auch im internationalen Vergleich. So schneidet Deutschland beim „Innovation Index“ der Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo) hervorragend ab und liegt hinter China und den USA auf Platz drei der 100 innovativsten Weltregionen. In die Bewertung fließen internationale Patentanmeldungen, wissenschaftliche Veröffentlichungen und Investitionen in Startups ein.
Mehr Gründungen denn je
Auch die Gründungszahlen sprechen für die deutsche Innovationskraft: 3.053 Startups wurden im ersten Halbjahr 2026 gegründet, 52 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „So viel Gründungsdynamik gab es in Deutschland noch nie“, sagt Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands: „KI senkt die Hürden fürs Gründen deutlich und immer mehr Menschen nutzen diese Chance.“ Tatsächlich ist Künstliche Intelligenz der wichtigste Treiber bei Gründungen, rund ein Drittel der neuen Startups hat einen klaren KI-Bezug. Längst nicht mehr nur in der Software-Branche, sondern auch in der Medizin oder bei Lebensmitteln.
Finanzstarke Investoren mit Lust auf Zukunft müssen in Deutschland also nicht lange suchen: Innovative Startups, die schon erfolgreich agieren, aber weiterwachsen wollen, finden sie zum Beispiel beim Deutschen Gründerpreis.