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KI, die anpackt

KI soll nicht nur schreiben und rechnen, sondern auch körperlich arbeiten. Humanoide Roboter könnten Industrie und Alltag verändern.

Steffen Ermisch, 20.05.2026
Roboter als Haushaltshilfe oder Pflegkraft sollen bald keine Fiktion mehr sein.
Roboter als Haushaltshilfe oder Pflegkraft sollen bald keine Fiktion mehr sein. © Neura Robotics

Wo vor ein paar Jahren noch Küchen, Sofas und Esstische ausgestellt waren, können Besucher heute Hightech bestaunen: Ein ehemaliges Möbelhaus in Riederich bei Metzingen dient dem Startup Neura Robotics als Firmenzentrale. Größter Blickfang zwischen den Schreibtischgruppen, an denen junge Menschen an Laptops arbeiten, ist ein mannshoher Roboter mit Kopf, Armen und Beinen. „Planst du, die Weltherrschaft an dich zu reißen?“, fragt Gründer und Firmenchef David Reger den Roboter. Dessen Antwort klingt amüsiert: Das sei ihm zu anstrengend, lieber wolle er Menschen helfen. 

Roboter für Haushalt, Pflege und Industrie

Zu tun gibt es für den 4NE1 („For Anyone“) getauften Roboter genug, ist Reger überzeugt. Aktuell als Vorserienmodell für 60.000 bis 100.000 Euro erhältlich, soll er künftig überall dort anpacken, wo Fachkräfte fehlen oder lästige Arbeiten bisher manuell gemacht werden. Im Haushalt etwa, in der Pflege – und vor allem in der Industrie. Dort verdient das 2019 gegründete Unternehmen bereits Geld mit „kognitiven“ Roboterarmen, wie Reger sie nennt. Dank Sensorik und Künstlicher Intelligenz können sie sehen, hören und tasten – und daher schneller angelernt werden. Die Technik kommt auch beim humanoiden Roboter zum Tragen, der aber noch flexibler einsetzbar sein soll. 

Deutsche Unternehmen sind führend in der Anwendung von Industrial AI.
Deutsche Unternehmen sind führend in der Anwendung von Industrial AI. © Neura Robotics

Deutsche Unternehmen führend in der Anwendung von Industrial AI

Intelligente Robotersysteme gelten als wichtige Säule für Industrial AI – also den KI-Einsatz im industriellen Umfeld. Denn in Produktionsbetrieben geht es weniger darum, Texte, Bilder oder Videos zu generieren – sondern darum, physische Abläufe in Produktionslinien, Logistik oder Energieanlagen zu optimieren. Eine höhere Produktivität zu geringeren Kosten ist dabei das Hauptziel, zeigte jüngst eine Studie des IT-Unternehmens Cisco. Auf Anwenderseite sind deutsche Industrieunternehmen laut der Cisco-Befragung führend in Sachen Industrial AI. Demnach setzen bereits zwei Drittel KI in laufenden Industrieprozessen ein. 

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Startups wie Neura Robotics oder Wettbewerber Agile Robots aus München wollen dafür sorgen, dass Deutschland auch auf Anbieterseite – genauer: im Feld der KI-gestützten Robotik – eine Führungsposition erreicht. Das ist ganz im Sinne der Bundesregierung. Sie hat im Rahmen der Hightech-Agenda das Ziel ausgegeben, dass bis 2030 zehn Prozent der Wirtschaftsleistung im Land KI-basiert erwirtschaftet wird. Dabei ist auch die Förderung von KI-Robotik vorgesehen.