Die neue E-Klasse

Wie Deutschland und China bei der Entwicklung der Elektromobilität zusammenarbeiten – und wer der Star der Branche ist.

Start in ein neues Zeitalter der Mobilität
Start in ein neues Zeitalter der Mobilität peterschreiber.media/stock.adobe.com

VW-Chef Herbert Diess hat die Zeichen der Zeit erkannt. „Das Schicksal der Volkswagen-Gruppe entscheidet sich in China“, sagte er im Januar 2019. Deshalb übernahm der  Konzernchef Anfang des Jahres zusätzlich auch die Verantwortung für China. Der deutsche Automobilhersteller ist seit über 30 Jahren in China aktiv und hat sich eine marktführende Position erarbeitet. Gemeinsam mit seinen Partnern betreibt Volkswagen in China 33 Fabriken, beschäftigt 95.000 Mitarbeiter und hat 2018 über 4,2 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert.

VW-Chef Herbert Diess setzt bei Elektromobilität auf China
VW-Chef Herbert Diess setzt bei Elektromobilität auf China Volkswagen AG

China führt bei der Elektromobilität

Doch die Zeiten ändern sich. China ist längst zum Leitmarkt der Elektromobilität aufgestiegen. 1,2 Millionen Neuzulassungen von E-Autos in China gegenüber 68.000 in Deutschland sprechen eine deutliche Sprache. Und Volkswagen wie auch die anderen deutschen Automobilhersteller stehen bei der Elektromobilität noch am Anfang der Entwicklung. Deshalb setzen sie jetzt auf Kooperation. Volkswagen will mit seinen Joint Venture-Partnern ab 2020 Elektroantriebe in die Modelle von SAIC Volkswagen und FAW-Volkswagen einbauen und bis 2035 den E-Auto-Anteil in China auf 50 Prozent erhöhen. Daimler lässt den nächsten reinelektrischen Smart von Geely entwickeln und BMW hat sich für den neuen Mini E mit Great Wall Motors zusammengetan. Premium-Fahrzeuge wie der Mercedes EQ C oder der Audi e-tron sollen allerdings weiterhin in Deutschland entwickelt werden.

Der elektrische VW ID.3 kommt 2020 auf den Markt
Der elektrische VW ID.3 kommt 2020 auf den Markt Volkswagen AG

In chinesischen Elektroautos steckt deutsches Knowhow

Der Erfolg der chinesischen Elektroauto-Industrie wiederum beruht zu einem guten Teil auf deutschem Know-how. Dass Byton zum Beispiel mittlerweile als chinesische Antwort auf Tesla gehandelt wird, liegt an einer Führungsmannschafft, die nahezu komplett von BMW abgeworben wurde. Und dass Nio gerade den Sprung vom Startup zum Großserienhersteller macht, schreiben viele dem heimlichen Headquarter in München zu. Ein deutscher Manager ist in China gar zum Star aufgestiegen und wird schon mit Steve Jobs und Elon Musk verglichen: Carsten Breitfeld. In seiner Zeit bei BMW hat er den i8 entwickelt, dann wurde er zum Chef und Initiator von Byton und noch bevor dort das erste Auto vom Band lief, hat er bereits beim nächsten Startup angeheuert, um Iconiq groß heraus zu bringen.

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