Spitzentechnik mit Spaßfaktor

Roboter spielen Fußball, suchen Verschüttete oder räumen die Wohnung auf – beim RoboCup wetteifern die weltbesten Robotik-Teams.

dpa - Robocup

Hier sind die Fußballer nicht aus Fleisch und Blut, und der Ball rollt nicht so schnell übers Spielfeld wie bei einem Pokalspiel zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Aber die Zuschauer fiebern genauso mit und bejubeln jedes Tor, das die Roboter schießen.

Die fußballspielenden Roboter sind das Highlight des jedes Jahr in einem anderen Land ausgetragenen RoboCup. Er ist der wichtigste internationale Wettbewerb für Robotik und künstliche Intelligenz. Die Weltmeisterschaft wird im Juli in Japan ausgetragen. Eine Qualifikationsrunde dafür sind die RoboCup German Open 2017 vom 5. bis zum 7. Mai in Magdeburg. Dort treten 210 Teams aus 15 Ländern an, darunter Italien, Iran, Indien, Russland, Ungarn und die Türkei.

International und interdisziplinär

Die Organisatoren des RoboCup betonen zwar, dass die fußballspielenden Roboter nicht aus Spaß am Spiel entwickelt werden, sondern dass ernsthafte Wissenschaft dahintersteckt. Aber der Spaßfaktor ist nützlich: Die weltweit populärste Sportart eignet sich bestens, um die Fortschritte der Robotertechnik zu demonstrieren. Teamwork, Reaktionsschnelligkeit und Koordination – die Fähigkeiten einer Fußballmannschaft sind auch bei den technischen Helfern gefragt.

Die Robotik macht rasante Fortschritte. Somit ist der RoboCup auch eine Leistungsschau von Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus aller Welt. Der Wettbewerb gibt der Forschung wertvolle Impulse für internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit, auch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Vision: Roboter besiegen Fußballer

Die Vision der Roboter-Tüftler ist, dass Mitte des 21. Jahrhunderts ein Roboter-Team in einem FIFA-konformen Match gegen den aktuellen Fußballweltmeister spielt – und gewinnt. Die Fortschritte zeigen sich von Jahr zu Jahr beim RoboCup. Beim ersten RoboCup 1997 waren die Bewegungen der Roboter noch ungelenk und sie hatten Schwierigkeiten, den Ball zu erkennen. Inzwischen bewegen sie sich rasch übers Spielfeld, sind treffsicher und entwickeln sich zunehmend zu Teamplayern.

Roboter als Helfer und Lebensretter

Beim RoboCup spielen Roboter nicht nur Fußball. Die Entwicklerteams demonstrieren die Fähigkeiten ihrer intelligenten Maschinen auch in alltagsnahen Anwendungsbereichen wie industrielle Produktion, Logistik, Haushalt und Katastrophenschutz. Ein Ziel ist es, Roboter zu entwickeln, die Opfer in gefährlichem Terrain ausfindig machen und bergen. Die größte Herausforderung ist die Entwicklung intelligenter Systeme, die nicht nur im Forschungslabor, sondern in realer Umgebung sicher und zuverlässig agieren.

RoboCup German Open 2017, 5.-7. 5 2017 in Magdeburg

RoboCup 2017, 27.-30.7.2017 in Nagoya, Japan

© www.deutschland.de