70 Jahre Soziale Marktwirtschaft

Wirtschaftswachstum und Wohlstand für alle – die Soziale Marktwirtschaft hat sich in Deutschland als Erfolgsmodell erwiesen. So funktioniert das System.

VW-Käfer: Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder.
VW-Käfer: Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder. dpa

„Die Soziale Marktwirtschaft ist die Grundlage unserer freiheitlichen, offenen und solidarischen Gesellschaft“, heißt es beim Bundeswirtschaftsministerium. „Die zentrale Idee der Sozialen Marktwirtschaft besteht darin, die Freiheit der Wirtschaft und einen funktionierenden Wettbewerb zu schützen und gleichzeitig Wohlstand und soziale Sicherheit in unserem Land zu fördern.“

Wer hat die Soziale Marktwirtschaft eingeführt?

Ludwig Erhard, der erste Bundeswirtschaftsminister (1949 bis 1963) unter dem Bundeskanzler Konrad Andauer, gilt als Vater der Sozialen Marktwirtschaft. Als Direktor der Wirtschaftsverwaltung des „Vereinigten Wirtschaftsgebietes“ erklärte er 1948 mit der Währungsreform gegen den Widerstand der Besatzungsmächte das Ende der Zwangswirtschaft.

Ludwig Erhard, Begründer der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland.
Ludwig Erhard, Begründer der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland. dpa

Wie funktioniert Soziale Marktwirtschaft?

Das Ziel der sozialen Marktwirtschaft ist größtmöglicher Wohlstand bei bestmöglicher sozialer Absicherung. Es geht darum, von den Vorteilen einer freien Marktwirtschaft wie freie Arbeitsplatzwahl, freie Preisbildung, Wettbewerb und einem breiten Angebot an erschwinglichen Gütern zu profitieren und gleichzeitig dessen Nachteile abzufedern, beispielsweise Monopolbildung, Preisabsprachen, existenzbedrohende Arbeitslosigkeit. Deshalb greift der Staat in gewissem Ausmaß regulierend in den Markt ein und sichert die Bürger durch ein Netz an Sozialversicherungen gegen Krankheit und Arbeitslosigkeit ab.

Ist die Soziale Marktwirtschaft im Grundgesetz verankert?

Nein. Allerdings sind zentrale Elemente des Grundgesetzes die Basis für die Soziale Marktwirtschaft. Es gibt auch keine reine Lehre oder ein Handbuch der Sozialen Marktwirtschaft. Die Soziale Marktwirtschaft wurde immer als Prozess verstanden und musste sich immer wieder neuen Gegebenheiten anpassen – zum Beispiel bei der Wiedervereinigung. Im Vertrag über eine Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR wurde die Soziale Marktwirtschaft im Mai 1990 zum ersten Mal rechtlich als gemeinsame Wirtschaftsordnung verankert.

Vor welchen Herausforderungen steht die Soziale Marktwirtschaft?

Aktuell stellen Globalisierung, Digitalisierung, Klimawandel, Alterung und Migration die Soziale Marktwirtschaft vor große Herausforderungen. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen anzupassen und die soziale Absicherung der Bürger zu finanzieren. Aber in den 70 Jahren ihres Bestehens hat die Soziale Marktwirtschaft bewiesen, dass sie sich gut auf neue Rahmenbedingungen einstellen kann.

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