Der Geist des Weines

China will die Expertise des deutschen Weinbaus nutzen und kooperiert mit der Hochschule Geisenheim.

Weinbau am Mittelrhein bei Bingen
Weinbau am Mittelrhein bei Bingen Peer Marlow/stock.adobe.com

Anfang August 2018 hat die Hochschule Geisenheim mit Sitz im Rheingau mit der Region Ningxia eine Absichtserklärung unterzeichnet, um Forschungsprojekte und den Studierendenaustausch zu fördern. Die Hochschule Geisenheim ist mit ihrer 140jährigen Geschichte die führende deutsche Hochschule im Bereich Weinbau, Oenologie und Weinwirtschaft. Die Region Ningxia ist eine der wichtigsten Weinanbauregionen Chinas, mit hohem Wachstums- und Innovationspotenzial. Die 86 dort ansässigen Weingüter, von denen einige bereits internationale Auszeichnungen errangen, produzieren derzeit rund ein Viertel des chinesischen Weines.

China fördert Vielfalt und Qualität im Weinbau

Sie sehen sich dabei mit einem grundlegenden Wandel des Verbraucherverhaltens konfrontiert: Die Konsumenten von chinesischem Wein verlangen ein vielfältigeres Angebot und vor allem bessere Qualität. Die Regierung hat deshalb ein Programm zur Entwicklung einer nachhaltigen, umweltverträglichen Weinwirtschaft aufgelegt. Um das Programm erfolgreich umsetzen zu können, möchte die Region ihren Winzern nun die Möglichkeit geben, von der Expertise der Hochschule Geisenheim zu profitieren.

Der General Direktor des Auswärtigen Amts der Region Ningxia, Kang Zhanping, und Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim, nach Unterzeichnung der Absichtserklärung.
Der General Direktor des Auswärtigen Amts der Region Ningxia, Kang Zhanping, und Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim, nach Unterzeichnung der Absichtserklärung.
Hochschule Geisenheim University

Hochschule Geisenheim kooperiert mit Ningxia Universität

Geplant ist, mit den Hochschulen der Region – vor allem mit der Ningxia Universität und deren eigener Weinschule – Kooperationsverträge über Studierenden-, Praktikanten- und Dozierendenaustausch sowie gemeinsame Forschungsprojekte abzuschließen. Auch die Studierenden der Hochschule Geisenheim würden von der neuen Kooperation profitieren; sie hätten künftig noch mehr Chancen auf einen spannenden internationalen Praktikums- oder Studienaustauschplatz.

Neben der beabsichtigten Kooperation beim Weinbau unterhält die Hochschule Geisenheim in den Bereichen Obstbau und Technik bereits seit längerem Verbindungen nach China: Zur China Agricultural University in Peking sowie im Rahmen des Projekts GoodBerry zur Bejing Academy of Agriculture and Forestry Sciences. China war zuletzt zudem unter den Top 3 der Herkunftsländer von internationalen Studierenden der Hochschule Geisenheim. Die chinesischen Studierenden sind vor allem im englischsprachigen Bachelor-Studiengang International Wine Business und dem europäischen Master-Studiengang Vinifera EuroMaster eingeschrieben.

Der Traubensaft erobert das Land des Reisweins

Auch das Deutsche Weininstitut mit Sitz in Bodenheim in Rheinhessen registriert ein steigendes Interesse der Chinesen am deutschen Wein. 2017 seien 4 Millionen Liter nach China verkauft worden und damit ein Viertel mehr als 2016. Der Trend wird unterstützt durch die Tatsache, dass Wein in China immer beliebter wird. Der Traubensaft stand in China lange im Schatten des beliebten Reisweins.

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